Agentur bescheinigt Imageproblem: Kulturhaus in der Kritik

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Die fehlende Sichtbarkeit des Hauses und ein Imageproblem bei der jüngeren Generation monierte die Agentur VIA Graphik.

Lüdenscheid – Fehlende Sichtbarkeit des Hauses als solches, kaum ein Wiedererkennungswert, ein Imageproblem, vor allem bei jüngeren Leuten – kaum ein gutes Haar ließ Lars Herzig von der Agentur Via Graphik am Kulturhaus und der derzeitigen Vermarktungsstrategie.

Die Agentur aus Frankfurt wurde bereits im Sommer damit beauftragt, den Internetauftritt des Kulturhauses gründlich zu überarbeiten. Am Donnerstagabend stellte Herzig erste Ergebnisse im Kulturausschuss vor. „Die Seite befindet sich noch in der Entwicklung“, machte Herzig allem voran klar, dass man noch mitten im Denkprozess steckt.

Trotzdem hatte er eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, die einen guten Einblick gab in das, was da die Bewerbung der Veranstaltungen im Internet voranbringen soll. Im oberen Bereich der neugestalteten Seite soll sich ein Slider befinden, der die Höhepunkte des Monats darstellt. Hier stellte Herzig einen „schnelleren visuellen Eindruck“ in den Vordergrund.

Wichtig sei eine optimierte Darstellung der Seite für alle Endgeräte. Kernstück des neuen Auftritts ist neben einem verbesserten Ticketing ein Farbleitsystem, das auf den ersten Blick erkennen lässt, in welcher Abo-Reihe man sich befindet. Im Vorfeld gab es bereits mit allen Beteiligten Absprachen, inwieweit das städtische Corporate Design mit eingebunden wird.

Die Frage nach den Folgekosten wie eine laufende Betreuung und Aktualisierung interessierte die Kulturausschuss-Mitglieder nach dem Vortrag fraktionsübergreifend. „Das ist für uns ja nichts Neues, das pflegen wir ja jetzt auch alles selbst ein. Und wenn wir später dafür einen höheren Personalaufwand haben, werde ich mich schon melden“, argumentierte Kulturhausleiterin Rebecca Egeling. Komplimente gab's von Jan Eggermann (SPD): „Allerdings ist die Anbindung an Social Media nicht so einfach, dass Frau Egeling das mal so eben in fünf Minuten bei Facebook postet.“ Auch die CDU begrüßt die frischen Ideen. Björn Weiß: „Ich freue mich drauf.“

Man habe ein Gesamtpaket geschnürt, so Egeling, und es sei ja auch jetzt so, dass „wir einen Monatsflyer, Print und Internet machen. Das ändert sich ja nicht, nur weil sich das äußere Erscheinungsbild ändert!“ Die fehlende Sichtbarkeit am Kulturhaus war ein weiterer Aspekt, den Lars Herzig bemängelte. Es gebe keine Farben, die Plakate seien kaum sichtbar, auf Veranstaltungsflyern sei nicht erkennbar, dass sie zum Kulturhausprogramm gehören. Man müsse den Wiedererkennungswert steigern und den Imagewandel des Kulturhausprogramms auch nach außen hin sichtbar machen, ein Signal setzen.

Im Dialog mit Lüdenscheider Kulturschaffenden wäre die Idee einer Projektion am Kulturhaus aufgekommen: „Es bräuchte ein optisches Signal!“ Pläne, die nicht überall auf Gegenliebe stießen. Jens Voss (SPD): „Außenwerbung am Haus ist viel zu weit weg. Wenn man Inhalte 'rüberbringen will, dann geht das nur an der Sauerfelder Straße.“ Stephan Gudewer und Robert Witter vom Bochumer Planungsbüro Stadtguut hatten im Vorfeld eine digitale Präsentation zum Denkmalpflegeplan gezeigt. Seit 2018 werde an dem Denkmalpflegeplan gearbeitet, inzwischen sei man mitten in der Bestandsaufnahme.

Mit dem fertigen Plan rechnen die Verantwortlichen im September 2020. Eingeteilt sei das Projekt in vier Schritte: die Bestandsaufnahme (die im Januar abgeschlossen sein soll), anschließend eine Diskussion über Handlungsempfehlungen, die Aufbereitung und am Ende der Denkmalpflegeplan. Öffentliche Räume und Freiräume in der Altstadt habe man inzwischen erfasst, ebenso Brunnen und Zisternen.

Katalogisiert worden ist die Erdgeschossnutzung der Häuser in der Altstadt. Wasser sei ein großes Thema, ebenso die Wilhelmstraße als Rückgrat einer Kulturachse, gesäumt von Denkmälern und Kulturgütern. Der nächste Schritt seien nun Antworten auf die Fragen: „Welche Ziele habe ich?“ und „Welche Handlungserfordernisse sind notwendig?“

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