AfD-Ortsverband in Sichtweite

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Wohin geht die Reise? Knapp 20 AfD-Sympathisanten trafen sich jetzt zum Info-Abend.

LÜDENSCHEID - Bei der letzten Bundestagswahl ist die „Alternative für Deutschland“ (AfD) bekanntlich knapp gescheitert. Jetzt versucht die erst 2013 gegründete Partei, zunächst kommunal und regional Fuß zu fassen. Auch in Lüdenscheid.

Vor diesem Hintergrund gab es nun in der Gaststätte Zum Markgrafen einen Info-Abend. Konkret ging es um die mögliche Gründung eines AfD-Ortsverbandes Lüdenscheid. Eingeladen hatten AfD-Akteure aus dem Märkischen Kreis. Knapp 20 Personen waren zu der Veranstaltung erschienen.

Resultat des Abends: Am 6. Februar soll sich der AfD-Ortsverband Lüdenscheid offiziell formieren. Acht Bürger sagten dafür fest ihre Mitarbeit zu und würden sich wohl auch als Kandidaten bei den diesjährigen Kommunalwahlen zur Verfügung stellen. Ob die AfD indes Bewerber für alle 24 Lüdenscheider Wahlbezirke findet, ist allerdings ungewiss, wie die Bergstädter AfD-Sprecherin Marga Kreinberg einräumte. Immerhin: Vor der Fünf-Prozent-Hürde müsste sich die neue Partei nicht fürchten – die Sperrklausel gilt bei Kommunalwahlen nicht.

Zur Erinnerung: Über die euroskeptische AfD wird seit ihrer Gründung bundesweit höchst kontrovers diskutiert. Kritiker werfen ihr etwa Marktradikalität, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit vor. „Wir werden von den Parteien und Medien in die rechte Ecke gedrückt“, findet dagegen Marga Kreinberg.

Gleichzeitig fielen zu den Themen Europa und Integration an diesem Abend diverse Äußerungen. Und das hörte sich wörtlich zum Beispiel so an: „Man darf als Deutscher gar nichts mehr sagen.“ Oder so: „Die Griechen würden uns nie Kredite geben.“ Oder so: „Auch in Lüdenscheid laufen schon Roma rum.“ Oder gar so: „Selbst die alten Ausländer hier sagen, dass jetzt nur noch Schrott ins Land kommt.“

Was gäbe es für einen AfD-Ableger in Lüdenscheid zu tun? Jede Menge, wie die Partei-Sympathisanten glauben. Tenor dabei: Die Bürger sollen aktiv werden und sich wehren. Ein konkretes Thema könnten die aktuellen Baumfällungen in der Stadt sein, so die Ansicht einiger AfD-Freunde. Gefordert wird außerdem der Ausbau der Sauerlandlinie und die Sanierung kaputter Straßen im Stadtgebiet. „Aber bitte nicht auf Kosten der Anwohner“, so die mehrfache Anmerkung aus der Runde. - dt

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