Ärztehaus-Plan sorgt für Unruhe an Bahnhofsallee

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Das Gelände, auf dem die Pavillons der Ladenzeile stehen, will das Düsseldorfer Immobilien-Unternehmen RMA noch vor den Sommerferien kaufen.

LÜDENSCHEID ▪ Acht Mediziner aus Lüdenscheid, die schon seit fast zwei Jahren ein gemeinsames Domizil suchen, wollen jetzt – wie berichtet – gemeinsam in ein neues Ärztehaus an der Bahnhofsallee ziehen. Genau dorthin, wo heute die kleine Ladenzeile mit fünf Geschäften steht.

An Stelle der Pavillons soll im Herbst 2011 ein Sieben-Millionen-Bau Ziel für Patienten sein, fünfgeschossig mit 2000 Quadratmetern Praxisfläche. Für zwei Interessenten, Ärzte oder Therapeuten, wäre noch Platz. Im Parterre soll es passende Geschäfte wie Apotheke, Reformhaus, Optiker oder Café auf 600 Quadratmetern geben.

Im nächsten Planungsausschuss am 26. Mai will das Düsseldorfer Immobilien-Unternehmen RMA das gemeinsam mit den Ärzten entwickelte Projekt der Politik vorstellen, wie Geschäftsführer Christoph Röhr bestätigte. RMA wolle das Gelände auch noch vor der Sommerpause von der Stadt kaufen.

Problem: Alternativen für Ladenpächter

Die aber hat als langjährige Vermieterin jetzt das Problem, den Ladenpächtern Alternativen anzubieten, bis diese wie geplant ins künftige Bahnhofsgebäude am Gleis umziehen können. Und: Auch der Lüdenscheider Projektentwickler Roland Rothmann plant am Sternplatz, im Herzen der Stadt, bekanntlich ein Gesundheitszentrum für heimische Ärzte und Therapeuten. Ob die Zahl umzugswilliger Mediziner in Lüdenscheid zur Belegung beider Projekte ausreicht, steht dahin.

Die acht Ärzte, die an die Bahnhofsallee wollen, haben laut RMA jedenfalls bereits Vorverträge unterzeichnet. Diese würden greifen, sofern es die Düsseldorfer schaffen, ihren Part zu erfüllen – also das Grundstück von der Stadt zu kaufen und den Neubau voran zu bringen. Ist dieser Start vollbracht, könnten heimische Investoren das Ärztehaus übernehmen. „Auch dafür gibt es bereits Interessenten“, erklärte Röhr.

Blanke Existenzangst bei Geschäftsleuten

Bei den Geschäftsleuten an der Bahnhofsallee sorgt die Nachricht von der Ärztehaus-Planung dagegen für blanke Existenzangst, wie Wolfgang Gaede von der Reiseagentur auf Anfrage berichtet: „Dass wir als Mieter der Stadt uns direkt betreffenden Neuigkeiten aus der Zeitung erfahren haben, stimmt uns nicht gerade optimistisch.“ Es könne aber nicht sein, dass die Stadt Lüdenscheid das Gelände jetzt einfach verkaufe, „ohne sich darum zu scheren, wo ihre langjährigen Mieter bleiben“, appelliert Gaede.

Denn wohin sie zwischenzeitlich sollen, wenn das Ärztehaus nahezu zeitgleich mit ihrem künftigen Domizil am Gleis fertiggestellt würde, dazu haben die Pächter laut Gaede „noch nichts gehört“. Keiner von ihnen könne für die Dauer der Bauzeit einfach sein Geschäft aufgeben. - hgm

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