Ärger bei der CDU - „Gelbe Karte“ für die SPD

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Lüdenscheid - Die Aussage „Betriebsräte werben für Dieter Dzewas“ sorgt für Verärgerung in der CDU. „Wir haben uns auf einen fairen Wahlkampf verständigt. Aber das ist unsportliches Verhalten“, zeigt CDU-Bürgermeisterkandidat Björn Weiß der SPD gut eine Woche vor dem Wahltag „die gelbe Karte“.

Der Unmut geht zurück auf die Berichterstattung der Lüdenscheider Nachrichten vom 8. Mai. Der Inhalt: ein dreispaltiges Foto mit knapp 20 Gewerkschaftern um den ersten Bevollmächtigten der IG Metall, Bernd Schildknecht. Tenor: Man wolle SPD-Bürgermeister Dieter Dzewas in seiner „erfolgreichen Arbeit“ unterstützen.

Von dieser Aussage ruderte öffentlich bereits am Dienstag der Betriebsrat von Erco zurück. Der abgebildete Kollege könne sich nicht stellvertretend für den Erco-Betriebsrat äußern, der Neutralität vereinbart habe und keine Wahlempfehlung abgebe. Nach Weiß’ Informationen sei der Erco-Gewerkschafter im vergangenen Jahr auch abgewählt worden. Ähnlich, so Weiß, verhalte es sich zumindest auch bei der Fa. Gerhardi. Für die Öffentlichkeit entstehe aber der irreführende Eindruck, dass Betriebsräte sich für Dzewas aussprächen – die es in Wirklichkeit gar nicht tun.

Stein des Anstoßes: Das Foto für den SPD-Wahlkampfflyer. Der CDU-Ratskandidat ist darin mit dem Slogan überdeckt.

Und offenbar sei auch nicht jedem der Teilnehmer des Termins so ganz klar gewesen, was überhaupt die Intention der Veranstaltung war. Abgelichtet war schließlich auch Gülpasa Erdogan, CDU-Kandidat im Wahlbezirk 15, Grünewald/Rahmedestraße. Der sei „aus allen Wolken gefallen“, als er sich mit der Überschrift in der Zeitung entdeckt habe, erinnert sich Weiß. Dass er sich mit dem Termin gegen seinen Kandidaten und für Dzewas ausspreche, sei in dieser Form nicht klar gewesen, habe sich Erdogan beklagt.

Die SPD hingegen sieht sich in keinster Weise im Unrecht. Die Aussage sei eindeutig gewesen: Betriebsräte und Gewerkschafter sprächen sich für Dzewas aus. In dieser Hinsicht stehe es daher jedem aktiven Gewerkschafter und Betriebsrat zu, sich öffentlich zu äußern. Den CDU-Kandidaten haben die Genossen allerdings aus der Schusslinie genommen. In ihrem Flyer, mit dem sie die Solidaritätsaktion nach außen kommunizieren, ist Gülpasa Erdogan nicht mehr zu sehen. Stattdessen prangt an seiner Stelle im Ursprungsbild das Logo: „Betriebsräte und Gewerkschafter für Dieter Dzewas“. - flo

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