Ärger über Taubenkot am Forum: Verein zeigt Alternative auf

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Regelmäßig entfernt der STL, wie hier Mitarbeiter Engelbert Stuber, den Taubendreck vor dem Forum. Da der Kot ätzend ist, muss er Schutzkleidung tragen.

Lüdenscheid -  Ob Federn, Taubenkot oder sogar Flügel und Beine der Tiere – der Durchgang vom Forum die Treppen hinunter zum Parkhaus und zum Sauerfeld ist häufig eine schmutzige Ecke. „Die Tauben scheißen alles voll. Der Dreck ist unglaublich. Es ist widerlich, daher zu gehen“, regt sich eine Leserin auf, die namentlich nicht genannt werden möchte.

„Das Problem in dem Bereich ist uns bekannt“, sagt Stadtsprecher Sven Prilliwitz. Regelmäßig seien Mitarbeiter des STL im Einsatz und schauen, wo Handlungsbedarf ist. Dazu zähle häufig die besagte Stelle. Lange Trockenphasen wie in den vergangenen Wochen seien zudem ein Nachteil, der die Verschmutzung durch die Tauben verstärke.

„Wenn die Verschmutzung so stark ist, rückt der STL mit einem Hochdruckreiniger mit heißem Wasser an“, erklärt Sven Prillwitz. Das sei aber natürlich nicht alle zwei Tage möglich. Gerade das Beseitigen von Taubendreck sei aufwendig – denn Taubenkot ist wortwörtlich ätzend. „Die Mitarbeiter müssen deshalb für die Reinigung Einmalanzüge und Masken tragen“, sagt Sven Prillwitz.

„Nach ein paar Tagen sieht es aber schon wieder aus, wie zuvor. Das Problem ist mit der Reinigung einfach nicht gelöst“, sagt die Leserin. Die Stadt nennt als mögliche Taubenabwehrmaßnahmen Nagelstreifen. Dafür sei allerdings der Gebäudeinhaber zuständig. Diese Nagelstreifen gibt es allerdings bereits am Gebäude – die Tauben stören sich nur nicht daran und sitzen trotzdem auf den Dächern und auf dem Geländer der Treppe.

Die Tauben am Durchgang vom Forum zum Sauerfeld stören sich gar nicht an den Nagelstreifen.

Es gab allerdings schon einmal eine anderen Alternative. Diese zeigte der Verein Stadttauben Initiative Lüdenscheid vor rund zehn Jahren auf. Wie in anderen Städten wie Hagen oder Frankfurt wollte der Verein auf einem Flachdach und mit einem mobilen Taubenschlag gezielt Nistplätze für die Tiere bieten sowie eine artgerechte Fütterung und die Tauben so aus der Innenstadt weglocken. Zudem sollten die befruchteten Eier darin gegen Ei-Attrappen ausgetauscht werden, um den Nachwuchs zu reduzieren. Die Suche nach einem innerstädtischen Flachdach blieb damals jedoch erfolglos.

Die Stadt genehmigte der Initiative zwar damals, einen mobilen Taubenschlag am Eselsrücken aufzustellen, der Standort erwies sich jedoch als ungeeignet. „Die Stelle auf der Verkehrsinsel im tosenden Verkehr wurde nicht von den Tieren angenommen“, erklärt Anne Lodzik, Mitglied des Vereins Stadttauben Initiative. Gleiches galt für die kleine Grünfläche an der Christuskirche, wohin der Wagen danach wechselte. Dem Verein sei keine geeignete Stelle genehmigt worden, bemängelt Anne Lodzik die fehlende Unterstützung der Stadt.

Der Verein besteht nach wie vor und kümmert sich derzeit hauptsächlich um kranke Tauben. So wie im vergangenen Jahr, als die Deckenpaneele in der Tiefgarage des Forums abgerissen und mehr als 30 Tauben-Küken gefunden wurden. Einen weiteren Versuch, die Tauben aus der Innenstadt zu locken, möchte man erst nach der Kommunalwahl in diesem Jahr wagen und erhofft sich dann mehr Unterstützung. Und auch der Tierschutzverein, der sich gemeinsam mit dem Stadttauben-Verein bemüht, eine Lösung zu finden, will auf jeden Fall am Ball bleiben, sagt der Vorsitzende Thomas Höllmann. Aber auch erst nach der Wahl im September. „Ein vernünftiges Konzept muss bestehen“, erklärt er. „Der Schmutz am Forum ist wirklich schlimm. Aber wo sollen die Tiere hin? Es sind Felsentauben, die leben nicht im Wald. Sie können nichts für die Situation. Sie sind wie streunende Hunde und Katzen“, sagt Anne Lodzik.

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