Die Kinder müssen jetzt lange Wartezeiten in Kauf nehmen

Ärger bei Eltern, Tränen bei Schülern: MVG-Buslinie im MK ersatzlos gestrichen

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Müssen sich gedulden: Schüler Yaser mit seiner Mutter Funda Dönmez sowie sein Klassenkamerad Raheel mit Mutter Marie-Christin Mubasher (von rechts) sind mit dem neuen MVG-Fahrplan unzufrieden.

Brügge – Lange Wartezeiten vor und nach der Schule müssen Kinder im MK derzeit in Kauf nehmen - ihre Schulbuslinie wurde ersatzlos gestrichen. Die Alternativen passen nicht zu den Schulzeiten, eine Besserung ist nicht in Sicht.

Manche Erwachsene erinnern sich da vielleicht noch an ihre eigene Kindheit: Langes Warten auf den Schulbus kann man zwar mal zum Spielen oder Kicken nutzen. Auf Dauer ist die Leerlaufphase aber womöglich ziemlich nervig – verlorene Lebenszeit sozusagen. Genau so jedenfalls empfinden das mehrere Familien aus Lüdenscheid-Brügge, deren Kinder die Freie Schule vor den Toren Kierspes besuchen. 

Der Grund für die Unzufriedenheit: Seit Anfang Februar gilt bekanntlich der neue Busfahrplan der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) – mit diversen Veränderungen. Die spüren auch besagte Brügger Schulkinder. Konkret: Die Buslinie 59, mit der sie bisher zur Schule fuhren, ist weggefallen. 

"Einige Kinder haben sogar geweint"

Nun steigen die Kinder morgens am Brügger Bahnhof in die Linie 58 ein. Die aber liefert sie bereits 20 Minuten vor Unterrichtsbeginn an der Freien Schule ab. Und bei der Rückfahrt ist die Warteschleife noch länger. Dann müssen die Mädchen und Jungen rund 40 Minuten auf dem Schulgelände ausharren, bis der Bus vorfährt. 

Das weiß kaum jemand besser als Funda Dönmez. Ihr elfjähriger Sohn Yaser besucht die Freie Schule und muss nun täglich länger warten. Sie sagt: „Für die Jungen und Mädchen ist die neue Situation ganz schlecht. Einige Kinder haben sogar geweint.“ 

Laut Dönmez stellt sich die Lage so dar: Bisher fuhr der Bus der Linie 59 morgens um um 7.40 Uhr vom Brügger Bahnhof ab und brachte – bei circa 20-minütiger Fahrzeit – die Schulkinder punktgenau zum Unterrichtsbeginn an der Freien Schule um 8 Uhr. Die Linie 58 fährt nun aber schon um 7.20 Uhr in Brügge ab und ist dann bereits um um 7.40 Uhr an der Schule. 

Nach Schulschluss um 12 Uhr müssen die Kinder dann bis 12.40 Uhr (vorher 12.15 Uhr) auf den Schulbus warten. Erst um 13 Uhr sind sie dann am Brügger Bahnhof. Dazu Funda Dönmez: „Wir Eltern haben schon überlegt, die Kinder öfter mal mit dem Auto von der Schule abzuholen. Aber das ist nicht immer so leicht – und auch nicht gerade umweltfreundlich.“ 

MVG kennt das Problem, eine Lösung gibt es nicht

Ein halbes Dutzend Brügger Schulkinder soll von den MVG-Fahrplanänderungen betroffen sein. Klagen über verschlechterte Busverbindungen in Richtung Volmetal kommen aber auch aus den Bereichen Sauerfeld, Kölner Straße und Talstraße. 

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte MVG-Pressesprecher Jochen Sulies die Zeitangaben der Eltern: „Das ist so richtig. Und das Problem ist von der MVG auch erkannt.“ Ob es sich allerdings beseitigen lässt, steht in den Sternen. Sulies wollte bewusst keine Versprechungen an die Eltern machen. 

Gibt es für die in dieser Sache also keinen Hoffnungsschimmer? Vielleicht doch. Den Einsatz eines zusätzlichen Kleinbusses zum Schülertransport – das regen die Eltern an – hält Sulies zwar aus Kostengründen für abwegig. Dennoch bemühe sich die MVG „natürlich immer“, um einen Ausgleich mit den Fahrgästen: „Nichts ist in Stein gemeißelt. Wir spielen ja nicht auf Kontra.“ 

In diesem Sinne peile die Märkische Verkehrsgesellschaft dann auch ein Gespräch mit der Schulleitung der Freien Schule an. Dabei wolle man mögliche Lösungsansätze ausloten. Das Gespräch sei „ergebnisoffen“, eine Prognose über den Ausgang nicht möglich. Noch gibt es laut Sulies für die Unterredung zwischen MVG und Schulleitung keinen Termin. Zumindest bis dahin ist bei den Betroffenen Brüggern wohl vor allem eins gefragt: Geduld.

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