Ärger an der Elsa-Brändström-Straße

Lüdenscheid - Es gibt Ärger an der Elsa-Brändström-Straße. Der Parkdruck ist offensichtlich so groß geworden, dass die Anwohner das Halteverbot im mittleren Abschnitt der reinen Wohnstraße ignorieren, auf dem Grünstreifen zwischen den Bäumen parken – und seit zehn Tagen reihenweise Knöllchen kassieren.

Schon seit Januar ist das Problem in der Stadtverwaltung bekannt. Der Rasen am Straßenrand wurde löchriger, die Baumwurzeln traten teilweise ins Freie. Stefan Presse, im Rechts- und Ordnungsamt auch für das Sachgebiet Ordnungswidrigkeiten zuständig, berichtet von anfänglichen Einzelfällen, dann von einer Zunahme der Zahlen der Regelverstöße. „Im Januar haben wir fünf Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen geschrieben.“

Die Parkplatznot lässt deshalb natürlich nicht nach. Dem Rasen und den Wurzeln der öffentlichen Grünanlage hilft die Maßnahme auch nicht. Denn die Anwohner und ihre Besucher nutzen den unbefestigten Rand weiter als Stellplatz für ihre Autos. Bis es einem Bürger zu bunt wurde.

Am 12. März flattert eine schriftliche Beschwerde eines Anliegers über die verbotene Parkerei auf einen Schreibtisch im Rathaus. Die Verantwortlichen sehen sich nun gezwungen, der Sache intensiv nachzugehen und das Übel zu beseitigen. Nahezu täglich patroullieren nun Mitarbeiter der Stadtstreife über die „Elsa-Straße“, wie die Verbindung zwischen Lenne- und Brüderstraße im Volksmund genannt wird. Zwischendurch passen auch STL-Männer auf und geben dem Ordnungsamt Kennzeichen durch. Stefan Presse: „Inzwischen sind zwölf Verfahren gegen Falschparker anhängig.“ Tendenz steigend.

Jörg Burkowski vom Fachdienst Umweltschutz und Freiraum der Stadtverwaltung hat eine Erklärung für die grassierende Parkplatznot an der „Elsa-Straße“. Vor Jahren seien hier zahlreiche junge Familien mit Kindern eingezogen – und mit jeweils nur einem Auto. Nun seien die Kinder erwachsen und selbst Autobesitzer und -fahrer und blieben noch für ein paar Jahre im Elternhaus, bevor sie samt ihrem fahrbaren Untersatz wegziehen. Erst dann lasse die Parkplatznot etwas nach und werde noch geringer, wenn die älteren Leute auch nicht mehr mit dem eigenen Wagen fahren. Burkowski: „Solch ein Turnus erhöhten Parkdrucks dauert nach unserer Erfahrung etwa zehn Jahre.“

Trotzdem sei die Stadt verpflichtet, Grünflächen zu schützen und Maßnahmen dazu einzuleiten. Ein erster Schritt ist die jetzt in Angriff genommene verstärkte Ahndung der Verstöße. Über weitere Ideen laufen nach LN-Informationen derzeit Gespräche zwischen Stadtverwaltung und STL-Werkleitung. Denkbar, heißt es, seien etwa dicke Findlinge, die das Befahren der Wiese verhindern. „Wir können ja keine Parkplätze herzaubern.“ - von Olaf Moos

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