4. Adventswochenende: Ansturm auf Läden bleibt aus

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Der Publikumsmagnet: Drei Musiker im Indianer-Outfit sorgten am Samstag für gute Stimmung in der Fußgängerzone.

Lüdenscheid - Der stärkste Publikumsmagnet war am Samstag nicht der Weihnachtsmarkt auf dem Sternplatz. Und auch die Waren, die im Stern-Center und in den Geschäften an der Wilhelmstraße feilgeboten wurden, waren es nicht. Drei Musiker im Indianer-Outfit stellten am Samstagmittag den Anziehungspunkt Nummer 1 in der Innenstadt Lüdenscheids dar. Mit zahlreichen Instrumenten und leistungsstarken Boxen sorgte das Trio für gute Laune – und eine Publikumsansammlung, die zwischenzeitlich mehr als 150 Menschen zählte.

Echte Weihnachtsstimmung wollte auf dem Weihnachtsmarkt nicht aufkommen. Nur wenige Besucher tranken an den Ständen Glühwein. Und auch das Kinderkarussell zog nur mit wenigen Passagieren seine Runden.

Ein Grund für die fehlende Atmosphäre: das Wetter. „Bei den Temperaturen ist mir nicht nach Weihnachtsrummel zumute“, erklärte Peter Janoleit seinen Aufenthalt in der Eisdiele Cortina an der Wilhelmstraße. Auch Monika und Jörg Dollase hatten es sich auf den Stühlen vor der Eisdiele bequem gemacht. „Wir sind Frischluft-Fans. Volle Läden und das Weihnachtsgeschäft sind nicht unsere Sache“, berichtete das Ehepaar.

Das Christkind (Lina Koppitsch) war im Stern-Center mit ihrem Präsentkorb unterwegs.

Das Stern-Center lockte mit üppig geschmückten Christbäumen und leuchtenden Sternen. Das Christkind war ebenfalls unterwegs und verteilte kleine Präsente. In den Ladenlokalen blieb der große Ansturm an diesem Wochenende allerdings aus. Babett Hiller, Leiterin der Hunke-möller-Filiale im Stern-Center, machte die Temperaturen für das schleppende Geschäft verantwortlich. „Das fühlt sich da draußen doch eher an wie Frühling. Da liegt der Grund für das Ausbleiben der Kundenmassen.“ Nun liege die Hoffnungen auf dem Wochenanfang – „vielleicht kommt dann ja doch noch etwas Schwung ins Geschäft.“ Verwundert registrierte Babett Hiller, dass dennoch Winterbekleidung nachgefragt wurde. „Ich habe keine Ahnung, warum die Leute jetzt warme Sachen kaufen.“ Ein Trend der Vorjahre setze sich allerdings auch in diesem Weihnachtsgeschäft fort, erklärte Babett Hiller: „Wir verkaufen viele Gutscheine. Die Kunden wollen sich Geschenke in den falschen Größen einfach ersparen.“

Nicht viel anders sah es in der Parfümerie Pieper aus. „Wir kämpfen um jeden Kunden“, erklärte Filialleiterin Masella Suppa. Sie gab allerdings nicht der Witterung die Schuld, sondern dem Versandhandel: „Das ist unsere stärkste Konkurrenz.“

Oli Scherff, Besitzer von Feinkost Papageno, vermisste am Samstag ebenfalls das typische Vorweihnachtsgetümmel: „Da haben wir in der Vergangenheit vor dem 4. Advent schon ganz anderes erlebt.“ Nachgefragt werde in seinem Geschäft in den vergangenen Tagen vor allem Leckeres aus der Spezialitätenabteilung. „Wildprodukte, Pasteten, besondere Käsesorten – das alles läuft ganz gut. Und wir verkaufen auch viele Präsentkörbe.“

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