Adonis Salonorchester verführt mit Musik

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Thomas Wurth (l.) beeindruckte während des Caféhauskonzertes mit Trompete und Stimme, während Stefan Weippert nicht nur den Bass spielte, sondern auch moderierte.

Lüdenscheid - Passend zur Umtauschschlacht nach Weihnachten führte das „Adonis Salonnorchester“ im Kulturhaus am 2. Weihnachtstag erstmals sein aktuelles Programm „Heimliche Verführer“ auf, in dem sich alles um die bunte Welt der Werbung dreht.

Im ausverkauften Bühnensaal präsentierten Stefan Weippert (Moderation/Kontrabass), Wanja Weippert (Gesang), Thomas Wurth (Gesang, Trompete), Klaus Sonnabend (Gesang, Schlagzeug), Frank Zabel (Klavier) und Philipp Wenger (Violine) Musikstücke, die in der Werbung Anwendung gebraucht, jedoch nicht selten auch missbraucht wurden. Moderator Weippert vermittelte dazu auf unterhaltsame Weise Wissen und Anekdoten rund um die Werbung.

Nachdem es in den meisten vorangegangenen Caféhaus-Konzerten auch hervorstechende multimedale Elemente gegeben hatte, beschränkten sich die Musiker bei ihrem neuen Programm diesbezüglich auf ein Minimum. Dem nahe liegenden Reiz, die Musik durch die Präsentation jener Werbespots zu ergänzen, in denen sie Verwendung fanden, erlag die Combo bewusst nicht. Stattdessen wurden als Hintergrund-Projektion lediglich unterschiedliche Varianten der Werbeanzeige eines heimischen Architekturbüros gezeigt, auf der der unter Wasser gesetzte, architektonisch aufgepeppte Lüdenscheider Rathausplatz zu sehen war mit dem Slogan „Lüdenscheid darf nicht baden gehen“.

Musikalisch überraschte die Vielfalt der in der Werbung verwendeten Musik. Der Chanson „La vie en rose“ , gesungen von Edith Piaf, wurde gleich dreimal eingesetzt, und zwar für Martini, Dior und Citroën. Nach einem Violin- und Klavier-Intro präsentierte Thomas Wurth den Klassiker mit rauchiger Louis-Armstrong-Stimme und übernahm auch den finalen Trompeten-Part. Im Anschluss stellte Stefan Weippert die berechtigte Frage, was der kernige James-Brown-Klassiker „It’s a man’s world“ mit dem langweiligen Ford Focus zu tun habe, den er in einem Spot bewirbt. Gar nicht langweilig war jedoch die temperamentvolle Gesangsinterpretation von Wurth.

„Night and Day“, ein lässiger Song von Cole Porter, der als musikalische Untermalung für einen gleichnamigen Schonkaffee herhalten musste, brachte die Combo treffend als relaxten Bar-Jazz zu Gehör, der von Philipp Wenger mit einem eleganten Violin-Part geadelt wurde.

Zu „Imagine“ von John Lennon macht der Energiekonzert RWE in seinen Spots das Licht an, wobei auf der Bühne der zurückhaltende, aber nicht minder ausdrucksstarke Gesang von Wurth durch Frank Zabels elegante Klavierklänge unterstützt wurde. „Fever“, den schwülen Klassiker von Eddie Cooley und John Davenport, interpretierte Wanja Weippert eindrucksvoll. Nach der Pause lies sich die Sängerin, ganz im Stil von Michelle Pfeiffer in „Die fabelhaften Baker Boys“, auf dem Klavier nieder, um ausdrucksstark „Sooner or later“ von Stephen Sondheim zu interpretieren.

Dass Schlagzeuger Klaus Sonnabend auch ein hervorragender Sänger ist, bewies er bei dem relaxten „Sitting on the doc of the bay“ von Otis Redding. Unter dem Titel „Wonderful World“ existieren gleich zwei Musikstücke, die in der Werbung Verwendung fanden. Das eine stammt von Sam Cook und untermalte eine Levis 501-Werbung, das andere, von Louis Armstrong gesungen, fand in einem Opel-Spot Verwendung. Letzteren Song spielte das Orchester nach lang anhaltendem Applaus als eine von zwei Zugabe. - Von Björn Othlinghaus

Das Programm „Heimliche Verführer“ wird am Samstag, 11. Januar ab 19 Uhr (in Verbindung mit dem Verein der Freunde italienischer Kultur), am Sonntag, 9. Februar ab 16 Uhr (in Verbindung mit der CDU-Seniorenunion) und am Montag, 10. Februar (in Verbindung mit dem Rotary Club Lüdenscheid) wiederholt.

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