Vorsicht vor Betrügern

Abzocke mit Wespen-Nestern: 1.000 Euro weg, Wespen noch da

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Nicht sehr beliebt: Bei Wespen wird der Schädlingsbekämpfer vermehrt gerufen.

Lüdenscheid – Viele haben Angst vor ihnen oder bekommen Panik, wenn sie sich beim abendlichen Grill-Event summend nähern – Wespen sind bei Menschen nicht allzu beliebt. Hektik oder Panik entsteht bei einigen Leuten, wenn sie ein Wespennest auf ihrem Grundstück entdecken.

Die Meldungen von Wespennestern haben sich in den vergangenen Jahren erhöht und somit gibt es auch im Märkischen Kreis mehr Einsätze für die Schädlingsbekämpfer. Doch dabei kommt es vermehrt zu Klagen über hohe Beseitigungskosten durch Abzocke, die Preise liegen bei bis zu 1000 Euro, das Summen der Wespen hört aber in den seltensten Fällen nach Einsätzen dieser Art auf. Für das Umsiedeln oder Töten von Wespen sind bei einer seriösen Firma – je nach Aufwand – Preise zwischen 100 und 150 Euro (inklusive Anfahrt) üblich. 

Die Vorgehensweise der Betrüger ähnelt sich. „Der Ablauf ist klassisch. Die Leute finden das Nest und suchen im Internet nach Schädlingsbekämpfern und gehen auf die ersten Treffer. Diese haben den Anschein, dass sie vor Ort seien. Dabei ist im Impressum zumeist noch nicht einmal eine Anschrift angegeben, sondern lediglich eine Handynummer, die auch zwei Wochen später schon wieder eine andere sein kann“, erklärt Christoph Hüls, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis.

„Zumeist versprühen sie ein undefinierbares Zeug und haben ihre Arbeit bereits nach 20 Minuten beendet“, führt der Polizei-Pressesprecher weiter aus. Akzeptiert werde nur Bargeld, die Rechnung soll direkt nach dem dilettantischen Einsatz bezahlt werden. Die angegebene Adresse auf der Rechnung ist oftmals erfunden, die horrende Geldforderung dafür für immer weg. Die Aussichten, die Betrüger im Nachgang aufzuspüren, sind schlecht. 

Diese Tipps schützen vor Abzockern

Um auf Abzocker nicht reinzufallen, hat Hüls mehrere Tipps parat: „Man sollte bereits am Telefon nach einem festen Preis fragen und auch fragen, was die Schädlingsbekämpfer im Rahmen des Naturschutzgesetzes machen dürfen.“ Denn die Wespen stehen unter Artenschutz und dürfen nur in Ausnahmefällen getötet werden, beispielsweise in der Nähe von Allergikern und Kindergärten. Dass nicht alle Schädlingsbekämpfer „schwarze Schafe“ sind, sondern seriöse Arbeit abliefern, bestätigt Hüls: „Wir haben im Kreis Schädlingsbekämpfer, die gute Leistungen erbringen.“ 

Zwingend einen festen Preis am Telefon erfragen

Zu diesen zählt auch die Firma ACE Zydek Schädlingsbekämpfung GmbH, die in Nachrodt-Wiblingwerde beheimatet ist. Dies wird auch direkt beim Blick auf die Homepage deutlich, da sie über ein ordentlich geführtes Impressum mit einer Anschrift, E-Mail-Adresse und einer Haustelefonnummer verfügen. Keine Garantie, aber ein wichtiger Hinweis. Und auch die Mitarbeiter sind geschult, der im Innendienst tätige Marcel Niebuhr hat beim ersten Telefonat mit den Kunden einen festen Ablaufplan. „Wir fragen zunächst, wo das Wespennest genau liegt, da es eventuell gar nicht entfernt werden muss. Diese Frage muss auch zwingend gestellt werden. Falls das Nest beispielsweise am Dach des Hauses ist, müssten wir notfalls auch mit einem Hubwagen anrücken. Aber auch da verfügen wir über Arbeitsgeräte, mit denen die Arbeiten teilweise von unten erledigt werden können. Firmen, die ohne Nachfrage direkt kommen, sind definitiv nicht seriös“, erklärt Niebuhr, dessen Firma auch bereits bei Einsätzen war, wo im Vorfeld bereits unseriöse Schädlingsbekämpfer ihr Unwesen trieben und nicht das gewünschte Ergebnis erzielt wurde. 

Deswegen teilt er die Meinung von Hüls, als Kunde bereits am Telefon den Preis einzuholen und auch im Gespräch ein gewisses Fachwissen abzufragen. Darüber hinaus bricht der Schädlingsbekämpfer eine Lanze für die unbeliebte Tierart, denn: „Sie sind wichtig für das Ökosystem. Deswegen muss man wirklich genau abwägen, ob das Wespennest entfernt werden muss oder nicht. Zur Not kann es auch umgesiedelt werden.“ Niebuhr hat zudem Tipps, wie die Wespen sich möglichst nicht mit einem Nest auf dem eigenen Grundstück ansiedeln. „Man kann zusammengeknülltes Zeitungspapier aufhängen. Dann denken die Wespen eventuell, dass bereits ein Nest dort entsteht und verschwinden. Auch der Duft von Lavendel vertreibt sie oftmals.“ Falls sie doch kommen und auch ein Nest bauen, gelte für Niebuhr der Grundsatz „Leben und leben lassen“. Nur in Ausnahmefällen müssen die Schädlingsbekämpfer anrücken und eingreifen – dafür müssen auch keine Unsummen bezahlt werden, damit das Summen ein Ende hat...

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