Bei Abriss Einsturzgefahr

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Die Mitglieder des Bauausschusses ließen sich von Rüdiger Wilde (rechts) erklären, welche Maßnahmen nötig waren, damit die Parkpalette überhaupt ersteinmal ohne Gefahr abgerissen werden kann – dazu gehören auch diese Stützen aus Stahl. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Die Gründe dafür, dass Abriss und Neubau der Parkpalette Corneliusstraße hinter dem Zeitplan hinterherhinken, liegen in der maroden Bausubstanz. Gestern informierte Architekt Rüdiger Wilde die Mitglieder des Bauausschusses vor Ort über die umfangreichen und kostenintensiven Sicherungsmaßnahmen, die nötig sind, damit das ganze Konstrukt nicht während der Abrissarbeiten unkontrolliert einstürzt.

Ebenfalls dabei waren Projektleiter Hans Jürgen Müller und Bauleiter Werner Heimel. Sie betonten, dass es dabei nicht zuletzt um die Sicherheit der Arbeiter gehe: „Es darf nichts passieren.“ Ein unkontrollierter Einsturz

könne außerdem die Gebäude in der Umgebung in Mitleidenschaft ziehen. Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Politiker und Experten der Verwaltung von den Maßnahmen, die ergriffen wurden.

Unter anderem wurde im Untergeschoss eine Wand mit einer massiven Konstruktion aus mehreren Stahlträgern gesichert. Deutlich erkennbar ist der Aufwand, der dahinter steckt. Die weiteren Maßnahmen sind nicht so unmittelbar zu erkennen, aber nicht weniger wichtig und aufwändig. So wurden neue Stützen bis zu zwei Meter tief unter dem bestehenden Boden einbetoniert. Stahlträger wurden eingebaut, um die alte Rückwand in Richtung der Häuser an der Werdohler Straße abzusichern. Wilde sprach von „verlorenem Stahl“, weil diese Sicherung in jedem Fall bleibt. Die Fläche davor, zwischen alter und neuer Wand, wurde mit Schutt verfüllt, um Decke und alter Wand Stabilität zu geben. Während der Arbeiten waren überall stabile Pfosten aus Holz aufgestellt, die die Decke, die sich schon bog, zusätzlich halten sollten, erklärte Wilde.

Erst bei Beginn der Arbeiten habe sich herausgestellt, dass die Parkpalette weitaus maroder war, als das bereits mehrere Jahre alte Gutachten besagte, berichtete der Architekt. Ein Stützpfeiler sei nur aufgrund der Erschütterung weggebrochen. Die Decke drohte einzustürzen. „Wir konnten nicht in zwei Etagen gleichzeitig arbeiten.“

In dieser Woche sollen die Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen werden. Voraussichtlich am Dienstag rückt das Abrissunternehmen an. Eine komplette Fertigstellung der neuen Parkpalette bis Mai hält Müller für realistisch – sofern das Wetter mitspielt. „Es wäre schön, wenn wir vor Weihnachten noch die Fundamente für die Stützen ausheben können.“

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