Stadt im MK: 16,2 Millionen sollen im Untergrund landen

Rahmede
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Für die Rahmede werden dringend Lösungen gesucht, wo das Hochwasser abfließen kann. Auswertungen ergaben, dass selbst Hochwasser, die im Schnitt alle fünf Jahre vorkommen können, nicht überflutungsfrei abführbar seien.

Nachhaltig gute Ergebnisse schaffen, den Zustand des Kanalnetzes verbessern und die Hochwasserproblematik Rahmede beheben: Dies sind drei der zentralen Punkte, die das Abwasserbeseitungskonzept (ABK) der kommenden sechs Jahre erfüllen soll.

Lüdenscheid – Auf der Verwaltungsratssitzung des Stadtentwässerungsbetriebs Lüdenscheid Herscheid (SELH) wurde das ABK für die Jahre 2021 bis 2026 vom technischen Vorstand Volker Neumann erläutert. Am heutigen Mittwoch wird es in der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses (Kulturhaus, Beginn 17 Uhr) vorgestellt, ehe es im Haupt- und Finanzausschuss verabschiedet werden soll. Das ist der formale Weg.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Zum Inhalt: Die Aufgabe jeder Gemeinde ist es, das auf ihrem Gebiet anfallende Abwasser zu beseitigen und die dazu erforderlichen Abwasseranlagen zu betreiben. Zu dieser Umsetzung dient in Nordrhein-Westfalen das Instrument der Abwasserbeseitungskonzepte. Ein ABK ist dabei jeweils im Abstand von sechs Jahren erneut vorzulegen.

ABK: Baumaßnahmen werden priorisiert

Die erforderlichen Baumaßnahmen der Jahre 2021 bis 2026 werden von der SELH priorisiert, können allerdings auch verändert werden. „Das Abwasserbeseitungskonzept ist nicht in Stein gemeißelt, sondern flexibel. Wir sind in stetigem Austausch mit der Bezirksregierung Arnsberg“ , sagt Neumann. Mit kontinuierlich durchgeführten Kamerafahrten und Ableiten von Schadensbildern können die baulichen Maßnahmen jederzeit korrigiert beziehungsweise überarbeitet und angepasst werden.

Allerdings ist bereits jetzt zu prognostizieren, dass die Anzahl der Maßnahmen und somit auch die Kosten im Vergleich zum ABK der vergangenen sechs Jahre ansteigt. Beim ABK der Jahre 2015 bis 2020 wurden insgesamt 91 Maßnahmen durchgeführt und 11,9 Millionen Euro investiert. Beim kommenden ABK sind derzeit 163 Maßnahmen geplant und Investitionen in Höhe von 16,2 Millionen Euro vorgesehen.

21 Kilometer Kanalnetz und 1 000 Schächte sollen saniert werden

Die meisten Maßnahmen fallen in den Bereich der baulichen Sanierung. Im Falle von Lüdenscheid sollen im Laufe des ABK im Zeitraum 2021 bis 2026 insgesamt über 21 Kilometer Kanalnetz und 1 000 Schächte saniert werden. 114 Maßnahmen sowie 10,8 Millionen Euro an Investitionen im Bereich der baulichen Sanierung entsprechen bereits knapp 70 Prozent aller geplanten Durchführungen und decken auch 66 Prozent der geplanten Investitionen.

Somit ist auch klar, dass die Weiterführung des Sanierungskonzepts im Bereich des Kanalnetzes die oberste Priorität einnimmt. Weitere Maßnahmenarten sind die hydraulische Sanierung, die Erschließung sowie die Fremdwasserelimination, bei denen sich im Vergleich zum vorherigen ABK keine größeren Änderungen ergeben und die bereits angelaufenen Arbeiten weiter fortgeführt werden. „Die Arbeiten, die wir bereits begonnen haben, werden in das kommende ABK überführt“, erläutert Neumann. Diese baulichen Maßnahmen beinhalten unter anderem Schachtkopfsanierungen im Zuge von Straßenbaumaßnahmen sowie dringende Reparaturen an Schächten und Haltungen.

Bewegung gibt es dafür beim Maßnahmenpunkt Planungen. Hierbei steht besonders das Niederschlags-Abfluss-Modell (N-A-Modell) Rahmede im Fokus. Auch hier die genaue Definition zum Verständnis: Bei einem N-A-Modell handelt es sich um die modellhafte Abbildung eines natürlichen Einzugsgebiets mit dem Ziel, die Auswirkungen eines Niederschlags auf den Abfluss in einem Gewässer zu ermitteln. Hierfür wird das Einzugsgebiet mit seinen charakteristischen Eigenschaften wie Topografie, Landnutzung, Bodenarten und Besiedlung als Computer-Modell abgebildet.

ABK: Neue Lösung für die Rahmede

Die Rahmede fließt im Gebiet zwischen Altena und Lüdenscheid nur schlecht und unzureichend ab. „Wir brauchen dringend Lösungen, wo das Hochwasser abfließen kann. Die Rahmede hat eine ganz, ganz hohe Bedeutung im Abwasserbeseitigungskonzept“, erklärt Neumann die Problematik. Denn Auswertungen ergaben, dass selbst Hochwasser, die im Schnitt alle fünf Jahre vorkommen können, nicht überflutungsfrei abführbar seien, erklärte Neumann.

Eine konkrete Lösung, um die Problematik zu beheben, ist derzeit noch nicht präsentierfähig. „Wir sind derzeit noch in der Ermittlung, welche Optionen wir haben und wie wir sie im Rahmedetal unterbringen können. Eine ganz klare Botschaft ist aber, dass wir versuchen, nach Möglichkeit das Wasser auf den eigenen Flächen zu versickern“, sagt Neumann.

Das genaue Modell werde Mitte des Jahres fertig sein, erklärte Neumann auf Nachfrage von Rathsherr Jens Voß (SPD). An Investionsmitteln sind für das N-A-Modell ab dem kommenden Jahr jeweils 300 000 Euro bis zum Jahr 2026 eingeplant.

Auch über das Jahr 2026 laufen die Planungen bereits , allerdings sind diese noch nicht priorisiert. Dies geschehe erst mit Abschluss des kommenden ABK. Für das ABK 2027 bis 2032 werde ein Investitionsvolumen von weiteren etwa 18 Millionen Euro veranschlagt.

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