Schulen gestürmt

280 Gymnasiasten feiern fröhlich ihre "Abikalypse"

+
Für Abkühlung während der heißen Party sorgte ein ganzes Arsenal an Wasserpistolen und Wasserbomben.

LÜDENSCHEID - Pfeifen, Vuvuzelas, lautes Kreischen und Gebrüll. Die Abiturienten der diesjährigen Abschlussjahrgänge des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und Zeppelin-Gymnasiums wussten, wie sie die Stadt auf „ihren Tag“ aufmerksam machen konnten.

Von Felix Frank

Bevor die Schüler jedoch im Rahmen des Abisturms ihre Schulen „stürmen“ durften, mussten sie sich noch etwas gedulden. Denn das Gelände beider Gymnasien am Staberg war bis 9.30 Uhr vom regulären Schulbetrieb dominiert. Pünktlich zur Freigabe schlugen dann hunderte, in blau-weiße T-Shirts und bunt bemalte Latzhosen gekleidete Abiturienten wie kleine Meteoriten auf das Schulgelände ein.

Unter dem Motto „Abikalypse“ entließen die Absolventen dann auch ihre jüngernen Mitschüler, die sich neben einem verkürzten Schultag auch über die Partystationen freuen konnten, die wie kleine Einschlagskrater über das Gelände verteilten waren. Eine riesige Hüpfburg ließ die Schwerkraft vergessen, Grillgut diente als ideale Mahlzeit für den Partymarathon und „Gesellschaftsspiele“ wie Flunkyball schweißten Schüler und Lehrer noch einmal zusammen. Highlight war aber das fahrende DJ-Pult – ein umgerüsteter Lkw, der den Asphalt der Schulhöfe am Staberg beben ließ.

Abi-Sturm Staberg

Doch auch an einer Schule bläst ein Sturm nicht ewig und die „Abikalypse“ musste auf Vorgabe der Schulleitung weiterziehen. Dank der mobilen Musikanlage war das aber kein Problem und so folgte der Tross aus Feierwütigen dem Laster wie ein Meteoritenschweif durch die Stadt. In Begleitung einer Polizei-Eskorte wurden vorbeigehende Passanten geherzt und irritierte Autofahrer geschockt. Von der Musik gelockt, führte der Weg schließlich in den Rosengarten.

Dort, wo im Brauhaus noch friedlich zu Mittag gegessen wurde, zelebrierten bald lautstark die insgesamt 279 Schüler ihren großen Tag. Bei exzellentem Wetter und Gesichtern, die vor Freude genau so hell strahlten wie die Sonne am gestrigen Tag, wurde schnell klar, dass Vergangenheit und Zukunft keine Rolle spielten. Wichtig war einzig der Moment im Hier und Jetzt und der Spaß, mit Freunden mal richtig zu Feiern. „Scheiß drauf, Abi ist nur einmal“, skandierte es immer wieder aus den Kehlen der jungen Frauen und Männer.

Dennoch war den meisten trotz ausgelassener Stimmung auch klar, dass die Phase nach dem Abitur einige Veränderungen mit sich bringen wird und sich einige Wege wahrscheinlich trennen werden. Die meisten wollen studieren, aber an welchem Ort, in welcher Stadt ist eine Frage, die in Zeiten des doppelten Abiturjahrgangs nicht einfach zu beantworten ist.

Viele Abiturienten möchten nach dem Lernstress auch gerne Reisen – in ferne Länder, zu ungewöhnlichen Zielen und dabei ihren Horizont erweitern. Wohin die persönliche Reise aber gehen wird, das wissen im Moment nur die wenigsten Schüler. Erst einmal steht aber ausgelassenes Feiern an erster Stelle.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare