Könige verlassen die Schule

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Auf der Bühne im Kaisergarten in Neuenrade versammelten sich alle Abiturienten der Adolf-Reichwein-Gesamtschule nach der Zeugnisvergabe. - Fotos: Riedl

Lüdenscheid/Neuenrade - Die Freude über das Erreichte war dem Abi-Jahrgang der Adolf-Reichwein-Gesamtschule am Samstagabend im Kaisergarten in Neuenrade deutlich anzusehen. Strahlende Gesichter wohin das Auge blickte – kein Wunder. Anstrengende Prüfungswochen liegen hinter den Abiturienten, die für die allermeisten auch glücklich endeten. In einem feierlichen Rahmen setzte der Abschlussjahrgang nun der Reifeprüfung somit „die Krone auf“ – getreu ihrem Motto „Haste Abi – biste King“.

Mit Dank-, Glückwunsch- und Mutmach-Reden verabschiedeten sich Schüler und Lehrer voneinander. Heitere Rückblicke gewährten den Familien Einblicke in die Schulzeit mit Deutsch-, Englisch-, Mathematik-, Pädagogik-, Erdkunde- und Geschichts-Leistungskursen – dabei erfuhr mancher mit einem Augenzwinkern den ein oder anderen Aspekt, der ihm bis Samstagabend noch fremd geblieben war. Eins stellten die Laudatoren der LK-Kurse aber deutlich heraus: auch wenn die Kursmoral hin und wieder nach ließ, die Hausaufgaben vernachlässigt wurden, den Lehrern Wiederworte entgegenschallten oder der Kurs sie mit „Ein-Wort-Sätzen“ in den Wahnsinn trieb – die Pädagogen begleiteten ihre Schützlinge mit „Engagement und Aufopferungsbereitschaft“ bis zum Schulabschluss. Mit ihrem jetzt bestandenen Abitur, wissen die Schüler nun umsomehr diesen Einsatz zu schätzen.

Jahrgangstufenleiter Michael Dommes (l.) war sichtlich gerührt über das Lob seiner nun ehemaligen Schüler.

Von Kurs-Muttis war die Rede, von Lehrern, die auch abseits des Schullalltags ein offenes Ohr für Probleme und Sorgen hatten. Besonders deutlich wurde das gute Schüler-Lehrer-Verhältnis bei der Verabschiedung von den Jahrgangsstufenleitern Tanja Wichelhaus und Michael Dommes. Vor allem letzterer wurde als „großartiger Lehrer und noch besserer Mensch“ bezeichnet – eine Auszeichnung, die den Pädagogen sichtlich rührte. Aber auch den Jahrgangsstufenleitern war anzumerken, dass sie sich von einer besonderen Gruppe verabschieden. Mit einem „Hakuna Matata“-Medley beschrieb das Duo das Zusammenwachsen der Schüler zu einer Einheit.

„Haste Abi – biste King“ - „Aber was bedeutete es, König zu sein?“, griff Schulleiter Frank Bisterfeld das Abi-Motto in seiner Verabschiedungsrede auf. König, Präsident oder Kanzler übernehmen ungeheure Verantwortung für Menschen. „Heruntergebrochen“ auf den Abiturjahrgang ist der Schulleiter davon überzeugt: „Ihr seid gut vorbereitet in euren Lebensbereichen, im Kleineren, Verantwortung zu übernehmen.“ Nun stünden wichtige Entscheidungen an. „Das Abi ist die Eintrittskarte für viele berufliche Richtungen. Entwickelt, so wie ein ‘King’, einen Weg für ein Ziel. Gestaltet die Gesellschaft mit, in der ihr lebt. Bringt euch ein in die Politik, in die Kultur. Haltet Kontakt zu euren Klassenkameraden, pflegt die Freundschaften“, gab Frank Bisterfeld den Schülern Ratschläge mit auf den weiteren Lebensweg. Dass einige Schüler ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bereits jetzt schon nachkommen, zeigte die Ehrung engagierter Jugendlicher, die sich in den vergangenen Jahren abseits des Schulalltags für ihre Schule und somit Mitschüler eingesetzt haben, Wünsche auf den Weg brachten und teilweise bereits umsetzten.

Abi-Adolf-Reichwein-Gesamtschule

Auch wenn die Abiturienten Nuray Kaya und Lukas Belka in Gala-Manier elegant und charmant durch das Programm führten, so fieberten die meisten doch dem größten Augenblick des Abends entgegen: der Zeugnisvergabe. Die Abi-Party bis spät in die Nacht bildete den krönenden Abschluss der Schulzeit. - von Susanne Riedl

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