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Abi am Staberg in Lüdenscheid: Fünf Mal die Traumnote 1,0

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Von: Monika Salzmann

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Zeugnisübergabe der Staberger Gymnasien
Zum Abschluss gab’s strahlende Gesichter, rote Rosen und bunte Luftballons.  © Jakob Salzmann

Festlich, fröhlich und – das Wichtigste – endlich wieder gemeinsam verabschiedeten die Staberger Gymnasien am Mittwoch im Kulturhaus ihre Abiturienten.

Lüdenscheid – Nach zwei Jahren Pandemie, in denen keine gemeinsame Feier möglich war, kehrten das Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Gymnasium zur Normalität zurück und feierten die Entlassung ihrer Abiturienten an gewohnter Stelle. Die Freude darüber war allerorts zu spüren.

An knapp 140 junge Erwachsene gingen die Gratulationen. Nicht nehmen ließ es sich Bürgermeister Sebastian Wagemeyer, der von 2015 bis 2020 Schulleiter des Zeppelin-Gymnasiums war, zu den Abiturienten und ihren Familien zu sprechen. Dies fühle sich fast wie ein Heimkommen an, erklärte er.

Eine neue Brücke nach dem Studium

Eindringlich redete er den Jugendlichen angesichts einer scheinbar aus den Fugen geratenen Welt ins Gewissen. Es brauche junge Menschen, die bereit sind, sich für die Demokratie zu engagieren und dem Hass entgegenzustellen. Die Herausforderungen seien riesengroß. „Habt Mut und Hoffnung. Beides wird stärker sein als der Hass.“ Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Wenn ihr vom Studium zurückkehrt, gibt’s eine neue Brücke und der Tunnel ist fertig.“

Für die Schulleitungen beider Gymnasien hielt diesmal René Jaques vom Zepp die Abiturrede. Harry Potter zog er heran, um den ewigen Konflikt der Generationen vor Augen zu führen. „Wohin es uns gebracht hat, gestern den Alten zu vertrauen, sehen wir heute“, führte er aus und beschwor das Bild der „vier apokalyptischen Reiter Krankheit, Krieg, Klimakatastrophe und Korrosion der ökonomischen Strukturen“ herauf. Mehr schlecht als recht seien die Reaktionen darauf bislang gewesen.

Zeugnisübergabe der Staberger Gymnasien
Mit einem flotten Tanz aus dem High-School-Musical leiteten die Abiturienten ihren großen Abschied auf der Kulturhausbühne ein. © Jakob Salzmann

Der Jugend mehr Mitsprache einzuräumen, forderte der Schulleiter ein. Trotz allem gebe es keinen Grund für Endzeitstimmung, im Gegenteil. „Sie haben Beachtliches geleistet.“ Bei der Neuverhandlung des Generationenvertrags müssten die Abiturienten mit am Tisch sitzen und ihre Interessen durchsetzen. „Nur so können wir als Staberger, als Lüdenscheider, als Europäer, als Weltbürger den Voldemorts unserer Zeit die Stirn bieten.“

Die Welt ein Stück besser machen

Allen Wegbegleitern der Jugendlichen auf dem Weg zum Abitur – angefangen bei den Eltern bis zu den Beratungslehrkräften Arzu Lafci und Michael Haferberger – dankte überdies Michaela Knaupe, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, in ihrem Grußwort. Für die offene und tolerante Atmosphäre, in der sie lernen durften, bedankten sich die Jahrgangsstufensprecher Charlotte Viere und Johann Köhle. „Setzt euch für andere ein, werdet laut und macht die Welt ein Stück besser“, forderten beide ihre Mitschüler auf. Mit lustigen Lehrer-Zitaten garnierten die Abiturienten ihre Danksagungen an die Schul- und Jahrgangsstufenleitungen sowie die Leistungskurslehrer.

Fröhliche Gesichter gab’s bei der Zeugnisverleihung, bei der Jonathan Gemmer im Dino-Kostüm für allgemeine Heiterkeit im Saal sorgte. „Ich wollte immer schon mal einem Dino ein Abiturzeugnis überreichen“, scherzte Michaela Knaupe. Gleich fünf Abiturienten schafften am Staberg ein Abitur mit der Traumnote 1,0. Die höchste Punktzahl aller erreichte Zepp-Schülerin Charlotte Viere, gefolgt von Frederik Josua Rudzio vom Scholl als zweitbester Staberger. Über die 1,0 durften sich gleichfalls Sarah Michelle Schulte, Nina Brauner und Johanna Viere vom Zepp freuen.

Musikalisch umrahmte Frederik Rudzio (Klavier) solo mit einem Bach-Präludium und gemeinsam mit den Geigerinnen Persida Trifan und Sera Turhan (Tango El Choclo) die Feier. Mit einem Tanz aus dem High School Musical leiteten die Abiturienten ihren großen Abschied auf der Bühne ein.

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