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Kutschaty stellt sich bei A45-Brücke gegen Berlin: „Brauchen keine UVP-Pflicht“

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Von: Olaf Moos

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SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty und sein Fraktionskollege Gordan Dudas auf dem Rathausplatz.
SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty und sein Fraktionskollege Gordan Dudas auf dem Rathausplatz. © Cedric Nougrigat

Der Spitzenkandidat der SPD um das Amt des Ministerpräsidenten, Thomas Kutschaty, legte in seinem Wahlkampf einen Stopp auf dem Lüdenscheider Rathausplatz ein. Eines der Hauptthemen: die Sperrung der A45-Brücke.

Lüdenscheid - Thomas Kutschaty ist pünktlich. Der Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahlen 2022 in NRW kommt in legerem Blouson und weißen Turnschuhen zum Rathausplatz. Die Sonne scheint, der heimische Kandidat Gordan Dudas begrüßt strahlend den „Ministerpräsidenten von morgen“. Alles passt – bis auf die Uhrzeit. Die erweist sich als wenig arbeitnehmer- und massentauglich. Mittags sind Rentner in der Überzahl. Knapp 100 Interessenten finden den Weg vor die Bühne.

Vorher spricht Kutschaty am Biergartentisch mit einer Gruppe handverlesener Ehrenamtlicher. Unter ihnen Hanni Bethke von der Tafel, Mara Tomaszik von der „youngcaritas“ und dem Verein Soko Respekt. Auch Susanne Berndt von der Awo Meinerzhagen, der Kiersper Feuerwehrmann Christian Schwanke und Torsten Kasubke, 1. IG-Metall-Bevollmächtigter, haben Gelegenheit, Kutschaty zu sagen, woran es hapert im Ehrenamt: an Nachwuchs, an Unterstützung durch Politik, an Spenden oder – bei der Tafel – an Lebensmitteln für Bedürftige.

Der „Ministerpräsident von morgen“ sagt Sätze wie „Das haben wir im Blick“ und verweist auf Nachverhandlungen beim Entlastungspaket des Bundes. Der Austausch dauert länger als geplant, der Kandidat nimmt sich Zeit – und muss dann doch auf die Bühne. Der Terminplan in der Endphase des Wahlkampfs ist eng. In Nachrodt-Wiblingwerde warten sie schon.

SPD-Vorsitzender Fabian Ferber begrüßt die kleine Schar mit „Mahlzeit!“, sagt „Heute es es um das Morgen“ und gibt das Mikro an Gordan Dudas weiter. Der kommt gleich zur Sache: die gesperrte Brücke der A45 und die Verantwortung des früheren NRW-Verkehrsministers und heutigen Ministerpräsidenten. „Hendrik Wüst lässt sich in Lüdenscheid nicht blicken, und wir wissen auch, warum.“

Dudas’ Fraktionschef Kutschaty bezieht Stellung gegen den Berliner Koalitionspartner aus der FDP, Bundesverkehrsminister Volker Wissing. „Hier soll eine vorhandene durch eine neue Brücke ersetzt werden. Ich sehe nicht ein, dass wir alle Genehmigungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfungen brauchen.“ Die 100 applaudieren. Und: „Wer macht denn eine Umweltverträglichkeitsprüfung dort, wo jetzt die Lastwagen her fahren?“ Der Applaus wird lauter.

Der Spitzenkandidat auf einem Ritt durch die Themenvielfalt: mehr für Auszubildende und gegen Fachkräftemangel tun, Energiewende vorantreiben, Wasserstoff nutzbar und Südwestfalen zur Vorzeigeregion machen, Kita-Gebühren abschaffen, den Krankenhaus-Entwicklungsplan der jetzigen Regierung kippen, stattdessen drei Milliarden in Krankenhäuser investieren – „das will ich ab 15. Mai anpacken“, sagt Thomas Kutschaty. „Ich will aus der Hoffnung der Menschen Wirklichkeit machen.“

Der Kandidat bittet zum Fototermin, bevor er abreist. Selfies sind bei seinen Fans sehr begehrt.

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