1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

A45-Talbrücke: Spreng-Auftrag vergeben - Wann gesprengt wird, ist noch unklar

Erstellt:

Von: Jan Schmitz

Kommentare

Mit fünfwöchiger Verzögerung hat die Autobahn GmbH den Auftrag zum Sprengabbruch der Talbrücke Rahmede offiziell vergeben.

Die Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes hat den Auftrag zum Sprengabbruch der Talbrücke Rahmede vergeben. Das teilte die Autobahn-Niederlassung am Dienstagmorgen mit. Bundesverkehrsminister Volker Wissing, der öffentlichkeitswirksam eine Sprengung noch in diesem Jahr angekündigt hatte, freute sich über „gute Nachrichten aus Lüdenscheid.“ Eine Sprengung in diesem Jahr gilt dennoch als unwahrscheinlich.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNRW, Hessen, Bayern

A45-Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid: Jetzt kann gesprengt werden

Auftragnehmer ist laut Mitteilung die Firma Heitkamp Umwelttechnik GmbH aus Herne. Die Firma Liesegang ist als einer der Nachunternehmer für die Sprengung verantwortlich. Liesegang hatte im Auftrag der Niederlassung Westfalen Anfang des Jahres auch die Talbrücke Rinsdorf gesprengt. Ursprünglich sollte die Vergabe bereits Ende August erfolgen, damit die Sprengung noch in diesem Jahr erfolgen kann. Nachdem ein unterlegener Bieter Widerspruch eingelegt hatte, liefen Fristen, die erst Anfang Oktober endeten. Vorher hätte eine Auftragsvergabe nicht rechtssicher sein können.

Sprengung der Talbrücke Rahmede in Lüdenscheid: Auftrag vergeben

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr wird laut Mitteilung der Autobahn GmbH wie folgt zitiert: „Heute erreichen uns gute Nachrichten aus Lüdenscheid: Das Vergabeverfahren zur Sprengung der Talbrücke Rahmede ist abgeschlossen. Das ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ersatzneubau. Jetzt kann die Detailplanung für den Sprengabbruch beginnen. Bald wird für alle sichtbar, dass es zügig vorangeht. Parallel wird weiter mit Hochdruck an Planung und Bau der neuen Brücke gearbeitet. Wir werden hier nicht nachlassen und alle Ressourcen bündeln, damit die Lüdenscheider möglichst schnell entlastet werden.“

Mit fünfwöchiger Verzögerung hat die Autobahn GmbH den Auftrag zum Sprengabbruch der Talbrücke Rahmede offiziell vergeben.
Mit fünfwöchiger Verzögerung hat die Autobahn GmbH den Auftrag zum Sprengabbruch der Talbrücke Rahmede offiziell vergeben. © Cornelius Popovici

„Heute haben bereits die Fällarbeiten unter der Brücke begonnen, um die Flächen für das Fallbett vorzubereiten. Ziel ist, die Brücke so schnell wie möglich zu Boden zu bringen“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin der Autobahn-Niederlassung Westfalen. Auch sie wird beim Zeitpunkt für die Sprengung nicht konkret.

Sprengabbruch der A45-Talbrücke: Fallbett aus Schotter

Aus rund 60.000 Kubikmeter Boden wird nun unter der Brücke ein Fallbett gebaut. Die Herausforderung dabei: Die steil abfallenden Hänge sowie die Neigung des Hangs in Richtung Norden hin zur Straße Im Wiesental. „Hier muss der Hang zunächst gesichert werden“, sagt Dirk Stiepert, Leiter der Außenstelle Hagen der Niederlassung Westfalen. Der Großteil der An- und Ablieferung von Boden und Abraum soll über die Autobahn laufen, um die Straßen in Lüdenscheid nicht zusätzlich mit Bauverkehr zu belasten. Hier wird nun vom Auftragnehmer im Detail erarbeitet, wie Maschinen und Lkw von der Autobahn ins Gelände kommen.

Bei der Planung des Sprengabbruches geht es unter anderem um Maschinen- und Materialeinsatzeinsatz, Zuwegung zur Baustelle und natürlich um die Vorarbeiten an der Brücke, um das Bauwerk zu sprengen. „Über das weitere Verfahren wird die Autobahn GmbH gemeinsam mit dem Bürgerbüro zeitnah informieren“, sagt Stiepert.

Begonnen wird laut Mitteilung mit den Fällarbeiten im Südhang, nach etwa zwei Wochen wechseln die Forstarbeiten dann auf die Nordseite. Zu diesem Zeitpunkt wird es auch zu temporären Sperrungen in der Straße Im Wiesental kommen, über die die Niederlassung Westfalen gesondert informieren wird.

Lüdenscheids Bürgermeister zur Vergabe des Sprengabbruchs

Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer äußerte sich am Nachmittag zur Nachricht von der Vergabe: „Ich bin sehr froh, dass die Entscheidung gefallen ist und wir nun wissen, mit welchem Unternehmen wir weiter planen können. Auch wenn die Brücke voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr gesprengt werden kann, haben wir damit die Möglichkeit, gemeinsam mit diesem Unternehmen, einen konkreten Zeitplan zu entwickeln und die Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren“, so Sebastian Wagemeyer.

Dazu soll so schnell wie möglich ein neuer Termin für die ursprünglich für Ende September geplante Informationsveranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner im Stadtteil Dickenberg gefunden werden. Denn dieser wird durch die zeitweilige Sperrung der Altenaer Straße vor, während und nach der Sprengung nur über große Umwege aus der Lüdenscheider Innenstadt zu erreichen sein.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir sowohl bei der Bürgerveranstaltung als auch bei einem im Oktober geplanten Spitzengespräch per Videokonferenz mit allen beteiligten Behörden, Verbänden sowie Politikern von Land und Bund über eine konkrete Planung sprechen können. Wenn wir dort, bei einem weiteren Spitzengespräch am 15. November und im Lenkungskreis zum Brückenneubau künftig auch über kritische Punkte vertrauensvoll diskutieren, bin ich guter Dinge, dass es mit dem Abbruch und auch dem Neubau der Rahmedetalbrücke ohne weitere Verzögerungen vorangehen kann,“ sagt Wagemeyer.

Auch interessant

Kommentare