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A45-Talbrücke Rahmede: Neue Hürde vor der Sprengung 

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Von: Jan Schmitz, Thomas Machatzke

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Die Pfeiler der Talbrücke Rahmede sind hohl, aber anders als in den Bauplänen beschrieben. Deshalb müssen sie nun vor der Sprengung noch in Teilen mit Beton befüllt werden.

Lüdenscheid – Es geht Tag für Tag voran in Richtung Sprengung der Talbrücke Rahmede, auch wenn es weiterhin keinen konkreten Termin für Sprengung des A45-Bauwerks gibt. Allerdings laufen die Vorarbeiten nicht immer so, wie es ideal wäre. So berichtete Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Westfalen-Niederlassung der Autobahn GmbH, dem Vernehmen nach beim Spitzengespräch am vergangenen Dienstag davon, dass nun die Pfeiler der maroden Brücke Probleme bereiten, mit denen man so nicht gerechnet hatte.

BauwerkTalbrücke Rahmede
AutobahnA45
StadtLüdenscheid

A45-Talbrücke Rahmede: Neue Hürde vor der Sprengung 

Nachfrage bei der Autobahn GmbH: Ja, heißt es da, diese Pfeiler der Talbrücke Rahmede seien zwar wie erwartet hohl, allerdings anders als in den vorliegenden Bauplänen, von denen die Planer für die Sprengung bisher ausgegangen waren. Nun sind Sprengungen eine komplizierte Sache. Durch den hohen Druck bei der Sprengung und die damit wirkenden Kräfte – auch von unten aus dem geplanten Fallbett – darf hier nichts dem Zufall überlassen werden, damit die Brücke am Ende auch genauso einstürzt, wie es das ausführende Unternehmen Liesegang aus Hürth-Knappsack geplant hat.

Für die Vorarbeiten bedeutet dies: Die maroden Pfeiler, die schon bald zu Fall gebracht und als Bauschutt abtransportiert werden sollen, werden nun erst einmal mit Beton aufgefüllt. Dieser Beton wird durch dünne Schläche in die Pfeiler eingebracht. Dies gehe bei den aktuellen Witterungsbedingungen natürlich nicht so gut und reibungslos, deshalb seien diese Arbeiten im Moment gerade ausgesetzt, heißt es von Seiten der Autobahn GmbH.

A45-Talbrücke Rahmede: Weiterhin kein Termin für Sprengung

Allerdings macht die Autobahn GmbH ausdrücklich klar, dass diese Arbeiten keine Auswirkungen auf den Zeitplan für die Sprengung haben. Einen Zeitplan, den die Öffentlichkeit in seinen Details allerdings gar nicht kennt, nach letzten Bekundungen nicht einmal Bürgermeister Sebastian Wagemeyer, der nach dem Spitzengespräch festgestellt hatte: „Es ist natürlich unbefriedigend, weiterhin keinen Termin für die Sprengung der Brücke zu haben.“

Diesen Termin kennen – wenn überhaupt – bisher nur die ausführenden Unternehmen Heitkamp Umwelttechnik, Liesegang und die Autobahn GmbH.

Talbrücke Rahmede Pfeiler Beton Sprengung
Die Probleme mit den hohlen Brückenpfeilern müssen gelöst werden, bevor die Talbrücke Rahmede gesprengt werden kann.  © Cornelius Popovici

Wie komplex ein Abbruch und ein Brückenneubau sein können, zeigt sich an der bauähnlichen Talbrücke Brunsbecke, die 2018 anstelle der Talbrücke Rahmede priorisiert worden war. Zwar wurde der Ersatzneubau der TB Brunsbecke noch im selben Jahr als Fall unwesentlicher Bedeutung genehmigt und der Auftrag an die Firma Hochtief vergeben, doch die Sprengung der alten A45-Brücke lässt ebenso auf sich warten wie der Neubau, dessen Fertigstellung beim Spatenstich für 2022 geplant war.

Grund für die mehr als vierjährigen Verzögerungen sind nicht ausreichende Baugrunduntersuchungen unterhalb der alten Brücke vor Auftragserteilung. Wie die Autobahn GmbH auf Anfrage im November 2022 mitteilte, müssten diese Untersuchungen noch „erweitert“ werden. „Angesichts der noch laufenden Untersuchungen und den sich daraus ergebenden Plananpassungen können wir einen Zeitplan nicht nennen“, heißt es. Auch der Kostenansatz von 71,6 Millionen Euro aus dem Jahr 2019 sei nicht mehr zu halten. Inzwischen muss die Autobahn GmbH einräumen, dass man für die Hagener Talbrücke nicht einmal einen Abbruchtermin nennen könne.

Welche Rolle spielte Hendrik Wüst (CDU) beim Brücken-Skandal an der A45 in Lüdenscheid? Wichtige Mails zu dieser Frage sind nun offenbar verschwunden.

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