1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

A45-Sperrung: Verkehrszählung in Lüdenscheid - „Googlehörige“ Fahrer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Schmitz

Kommentare

Zwei Wochen nach der Vollsperrung der A45 wollen Planer und Verkehrsexperten wissen, wie groß die Belastung der Umleitungsstrecken durch den Durchgangsverkehr ist.

Lüdenscheid – Dazu wird zeitnah eine Verkehrszählung an neuralgischen Knotenpunkten in Lüdenscheid durchgeführt, wie Andreas Berg, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW, auf Anfrage am Donnerstag (16. Dezember) erklärte. Zwei Wochen zuvor war die A45 bei Lüdenscheid wegen Einsturzgefahr an der Talbrücke Rahmede sofort gesperrt worden. Seitdem rollen die Verkehrsmassen von der Autobahn durchs Stadtgebiet.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Gemessen wird nun mittels Zählkameras, die in grauen Boxen an den Straßenrändern montiert werden und die Verkehrsmengen rund um die Uhr aufzeichnen. Dies geschieht anonymisiert. „Um belastbare Daten zu erhalten, werden wir nicht nur einen Tag lang messen, sondern voraussichtliche eine ganze Woche“, sagt Berg. Man habe in den vergangenen Tagen in Lüdenscheid ein dynamisches Verkehrsgeschehen beobachtet, mit kurzfristigen Verlagerungen des Verkehrs auf Ausweichstrecken.

Andreas Berg führt dies darauf zurück, dass viele Autofahrer „googlehörig“ seien und ihrem Navigationsgerät blind folgen, gerade wenn sie nicht ortskundig sind. Da der Tech-Gigant über seine Software Google Maps fast jeden Stau sofort erkennt und automatisch Umfahrungen auch über Nebenstraßen anbietet, ist die Verkehrszählung breit angelegt. So erhoffen sich die Planer eine umfassende Analyse der Verkehrsströme in einem überlasteten Verkehrsnetz. Unter anderem soll herausgefunden werden, zu welcher Uhrzeit es an welchen Engstellen in der Stadt zu Problemen kommt.

Lennestraße in Lüdenscheid am 16. Dezember, 17 Uhr.
Lennestraße in Lüdenscheid am 16. Dezember, 17 Uhr. © Cedric Nougrigat

Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um Bedarfs- und festinstallierte Ampeln tageszeitabhängig so zu programmieren, dass der Durchgangsverkehr bestmöglich fließt. Die Auswertung der Verkehrszählung und Steuerung der Grünzeiten nimmt dabei eine Software vor. Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg macht aber auch deutlich, dass die Erwartungshaltung nicht zu groß werden sollte. „Wir können den Verkehr nur regeln, verhindern können wir ihn nicht.“

Um die Aussagekraft der Verkehrszählung nicht zu gefährden, sollen weitere Anpassungen und Optimierungen der Verkehrsführung in Lüdenscheid für die Dauer der Untersuchung nicht oder maximal kosmetisch vorgenommen werden. Das gilt zunächst auch für die Kreuzung Im Grund/Altenaer Straße. Dort war am vergangenen Wochenende die Straße Im Grund zur abknickenden Vorfahrtsstraße erklärt worden.

Seitdem rollte der Verkehr auf der Umleitungsstrecke U16/U39 zwar besser, gleichzeitig standen Autofahrer auf der Altenaer Straße in Richtung Stadtmitte aber vor dem Stoppschild an der Einmündung Im Grund im Stau. „Wenn es mit der abknickenden Vorfahrt nicht läuft, stellen wir eine Ampel auf. Das war von vornherein klar“, sagt der Straßen.NRW-Sprecher. Nun wolle man noch die Ergebnisse der Verkehrszählung abwarten.

Neue Verkehrsführung an der A45-Abfahrt Lüdenscheid-Nord vor der Pförtner-Ampel.
Neue Verkehrsführung an der A45-Abfahrt Lüdenscheid-Nord vor der Pförtner-Ampel. © Jan Schmitz

An der Ausfahrt Lüdenscheid-Nord hat der Landesbetrieb hingegen reagiert und die Streckenführung in Richtung L692 durch eine seitliche Begrenzung einspurig gestaltet. Zuvor hatten ungeduldige Verkehrsteilnehmer die häufig freie linke Spur genutzt und beim Einfädeln auf die rechte Spur für gefährliche Manöver gesorgt. Ortsfremde bogen nach links ab und wurden von ihrem Navigationsgerät anschließend in den Stadtteil Dickenberg geleitet, wo die Belastung für die Anwohner zuletzt deutlich stieg.

Die Änderung sorgt auch dafür, dass bei Grün an der Pförtner-Ampel tatsächlich nur ein und nicht wie zuvor zwei Fahrzeuge passieren können. „Unser Ziel ist es, den Stau auf der A45 zu halten. Die veränderte Maßnahme ist ein weiterer Schritt in diese Richtung“, erklärt Berg.

Auch interessant

Kommentare