Zweiter Turm steht

A45-Sperrung: Der zweite Brückenpfeiler steht - für Fledermäuse

Die A45-Sperrung sorgt für ein Verkehrschaos. Für den Neubau der Talbrücke Rahmede müssen Fledermäuse umgesiedelt werden. Die neuen Behausungen sind einzugsbereit.

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen will die Autobahn Westfalen den geschützten Tieren, die bislang in und an der maroden Talbrücke Rahmede lebten - allesamt sogenannte planungsrelevante Arten - den Umzug in ihr neues Quartier möglichst schmackhaft machen. Dazu haben sie reichlich Auswahl. Neben Fledermauskästen an Bäumen und Häusern werden auch alte Bergbaustollen im Rahmedetal hergerichtet, hinzukommen Fledermaustürmchen und zwei Attrappen eines Brückenpfeilers.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Nun steht auch der Fledermausturm. Der acht Meter hohe Betonklotz soll das neue Ersatzquartier für die Fledermäuse werden, die bislang in den Pfeilern der maroden Talbrücke Rahmede überwinterten. Damit die Fledermäuse die Alternative auch annehmen, folgt nun noch der Innenausbau.

Dieser ist in einem weiteren baugleichen Gebäude an der Altenaer Straße schon erfolgt. Mit einem „Bat Corder“ werden dort Ultraschalltöne nachgewiesen. Wenn er einmal abgestellt ist, wird die Umgebung zudem mit Original-Aufnahmen der in der Talbrücke lebenden Fledermäusen beschallt, um die Tiere in ihr neues Quartier zu locken. Eine Lichtschranke an den Einfluglöchern soll noch folgen, damit auch jede Fledermaus registriert wird. Ob zumindest im Fledermaus-Turm an der Altenaer Straße schon Tiere entdeckt wurden, konnte die Autobahn GmbH nicht zu sagen.

Zweifarbfledermaus: Eine geschützte Art.
Das Design des zweiten Fledermaus-Turms ist einem Brückenpfeiler nachempfunden.

In die alte Behausung zurück können die Fledermäuse nicht mehr. Die Pfeiler sollen im Dezember gesprengt werden. Inzwischen sind alle verbliebenen Fledermäuse ausgezogen, die Türen in den Pfeilern wurden mit Bauschaum verschlossen. Für die Ersatzmaßnahmen für geschützte Tiere an der Talbrücke – neben den Fledermäusen zählen dazu auch Falken und Haselmäuse – gibt die Autobahn GmbH mehr als 100.000 Euro aus.

Rubriklistenbild: © Cornelius Popovici

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