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A45-Sperrung: So kämpft ein Lüdenscheider Unternehmen gegen Pendlerfrust

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Von: Thomas Machatzke

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Die Talbrücke Rahmede am 10. Mai 2022.
 Die Sperrung der A 45 bei Lüdenscheid und die überlasteten Ausweichrouten verbreitet nach wie vor Chaos und Unzufriedenheit in Lüdenscheid und der gesamten Region.  © Niclas Waldheim

Lüdenscheid – Die Sperrung der A 45 bei Lüdenscheid und die überlasteten Ausweichrouten verbreitet nach wie vor Chaos und Unzufriedenheit in Lüdenscheid und der gesamten Region. Firmen haben mit Frust der Mitarbeiter zu kämpfen, Pendler suchen vermehrt nach Arbeitsstellen außerhalb der Stadt. Das Unternehmen Temposonics vom Freisenberg hat reagiert und bietet seinen Mitarbeitern attraktive Möglichkeiten, um Stress zu mildern.

Temposonics (ehemals MTS Sensor Technologie) ist ein anerkannter Branchenführer für Sensortechnologien und -lösungen und hat seit mehreren Jahrzehnten seinen Sitz am Freisenberg in Lüdenscheid. Die Entstehungsgeschichte begann in den 70er-Jahren mit Gründung der H.W. Hellwig GmbH & Co. KG. Mit dem Start der Entwicklung und Produktion der Temposonics-Positionssensoren und der Übernahme durch die MTS Systems Corporation Ende der 80er-Jahre hat sich die ursprünglich kleine Firma als starkes, stabiles und immer weiterwachsendes Unternehmen weltweit etabliert. Seit 2021 gehört die Firma zur Amphenol-Gruppe mit mehr als 90 000 Mitarbeitern weltweit.

Die Umfirmierung in Temposonics GmbH & Co. KG bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn so lautet auch seit jeher der Name der Produkte, die am Freisenberg entwickelt und in manueller Fertigung hergestellt werden. Bei Temposonics gibt es gute Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Das zeigt sich auch durch den neuen Geschäftsführer, der seit Anfang Mai das Unternehmen leitet.

Jörn Eike Schmidt ist schon seit nahezu 20 Jahren erfolgreich bei Temposonics tätig. Um eine optimale Lösung für die aktuelle Situation zu finden, wurde eine Umfrage unter den Mitarbeitern gestartet, wie die Arbeit trotz Brückensperrung erträglich gestaltet werden kann. „Uns war es wichtig, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubeziehen, damit wir keine Maßnahmen planen, die an den Wünschen und Bedürfnissen vorbeigehen“, sagt Anja Buschmeier, Leiterin der Personalabteilung.

Schon früh vor der Brückensperrung startete Temposonics innovative Mitarbeiteraktionen. Das betriebliche Vorschlagswesen „Improvit“ biete jedem Mitarbeiter die Möglichkeit, mit Vorschlägen und Ideen das Arbeiten effizienter und angenehmer zu gestalten, so die Firma. Schon die kleinste Veränderung könne einen positiven Impuls setzen. Vorschläge würden mit attraktiven Prämien belohnt. „Starke Verbesserungsvorschläge kommen oft von den Kollegen, die jeden Tag mit der Materie arbeiten. Um solchen Gedanken Sichtbarkeit zu geben und den Einreicher zu honorieren, haben wir das Improvit eingeführt. So werden wir immer effizienter, und unsere Mitarbeiter freuen sich, dass auf ihre Ideen eingegangen wird“, erklärt Buschmeier.

Aus der Umfrage über die A45-Sperrung wurden etliche Maßnahmen entwickelt, um möglichst jeden Mitarbeiter entlasten zu können. Eine der Maßnahmen kommt vor allem den Beschäftigten aus dem Ruhrgebiet zugute. In Dortmund wurde Anfang September ein Satellitenbüro für bis zu acht Personen eröffnet. So können sich die Pendler aus der Region Essen, Bochum und Dortmund die anstrengende Anfahrt nach Lüdenscheid sparen und sich dennoch persönlich mit ihren Arbeitskollegen austauschen. „Aufgrund der Nähe zu den Universitäten können zukünftig außerdem leichter Kontakte zu Studenten geknüpft werden, um diese für das Unternehmen zu gewinnen.

Eine Verlagerung des gesamten Standorts ist jedoch kein Thema“, betont Buschmeier, „Temposonics bleibt diesem Ort weiterhin treu und ist der Region tief verbunden. Die Temposonics GmbH & Co. KG ist seit mehreren Jahrzehnten ein Garant für sichere Arbeitsplätze. Aufgrund der Sperrung der Rahmedetalbrücke haben wir unser mitarbeiterfreundliches Angebot noch erweitert. Unser fortlaufender Geschäftserfolg und die exzellente Marktposition verdanken wir dem täglichen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unserer Innovationskraft und der bisher guten lokalen Infrastruktur. Der Standort hier in Lüdenscheid war in den letzten 45 Jahren durch seine unschlagbare Performance die tragende Säule der Sensorgruppe des Konzerns und wird es auch zukünftig sein.“

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