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A45-Sperrung: Nun soll der Bundespräsident nach Lüdenscheid kommen

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Von: Thomas Machatzke

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Lüdescheiderin Bürgerinitiative Walburga Jung
Walburga Jung wünscht sich den Bundespräsidenten in Lüdenscheid. © Thomas Machatzke

Mit der Petition des Brücken-Neubaus von Walburga Jung wird es wohl nichts werden. Nun wünscht sich die Lüdenscheiderin eine „Ortszeit“ mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Ein Gesetz zur Beschleunigung des Neubaus der Rahmedetalbrücke auf der A45, das hatte sich Walburga Jung per Petition von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) gewünscht.

Als die rüstige Seniorin am Montag im Ratssaal das Wort ergreift, ist die Hoffnung auf einen Erfolg dieser Petition indes keine große mehr. Gewiss. Die Petition ist eine der derzeit meistgezeichneten auf der Internetseite change.org. „Aber in vier Wochen 50 000 Unterzeichner – die Hürde ist zu groß“, sagt Walburga Jung, „ich habe ja erst 13 000. Das ist viel zu wenig angesichts der Not und Verzweiflung.“

Bürgermeister Sebastian Wagemeyer wird später feststellen, dass Jung ihr Licht unter den Scheffel stellen müsse. „13 000 Unterzeichner, das ist beachtlich“, sagt er. Allein: In den Bundestag wird sie es dann wohl doch nicht schaffen, diese Petition, die zuletzt nicht mehr so zugelegt hat wie sie dies hätte tun müssen, um erfolgreich zu sein. Jung hat das gedanklich abgehakt und ist schon beim nächsten Thema. Es geht ihr um Aufmerksamkeit für die Probleme der Region.

A45-Sperrung: Nun soll der Bundespräsident nach Lüdenscheid kommen

Die neue Idee: Die Lüdenscheiderin will den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier anschreiben und in die Region einladen. „Ortszeit“, heißt die Reisereihe Steinmeiers. Drei Tage bleibt der Mann aus dem Schloss Bellevue dann in einer Region Deutschlands, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Im vergangenen Monat war er in Quedlinburg, in diesem in Rottweil.

Und nun, so Jung, könne er sich die Probleme in dieser Region anschauen. „Ein Besuch würde die Aufmerksamkeit auf unsere geschundene Region lenken“, sagt Walburga Jung, „was hier gerade passiert, vor allem in den Firmen, ist doch ein Sterben auf Raten. Eile tut Not, aber nun ist Sommer, nun passiert nichts mehr. Wir brauchen aber diese Aufmerksamkeit.“

Für die Idee und ihren Vortrag gab’s zumindest im Rat lang anhaltenden Applaus aller Fraktionen. Beim Brückenthema steht die Politik – nun, da die Landtagswahl Geschichte ist – zusammen. Das gemeinsame umfängliche Antragspaket aller Fraktionen an Land und Bund, die für Erleichterungen sorgen sollen, ging am Montag fast geräuschlos durch und machte den Landtagsabgeordneten Gordan Dudas (SPD) so froh, dass er noch aus dem Ratssaal die frohe Kunde übers soziale Netzwerk verkündete.

Gleichwohl hat Walburga Jung recht: Die Sommerferien stehen vor der Tür. Die Sprengung wird vorbereitet, aber daneben wir nun manches erst einmal auf Eis liegen. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer verwies beim Brückenthema, das nach der Sondersitzung im Kulturhaus diesmal nicht mehr in aller Ausführlichkeit vertieft wurde, darauf, dass bald das nächste Spitzentreffen anstehe. Einen genauen Termin aber gebe es noch nicht. Und so wird manches erst einmal nicht passieren. Nur auf eines dürfen sich die Ratsmitglieder verlassen. Der Brief von Walburga Jung ins Schloss Bellevue, der wird gewiss bald unterwegs sein.

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