1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Durchfahrtsverbot! Lüdenscheid riegelt ganzen Stadtteil für Ortsfremde ab

Erstellt:

Von: Jan Schmitz

Kommentare

Die Stadt Lüdenscheid erklärt einen ganzen Stadtteil zur Anlieger-Zone. Wer dort kein erlaubtes Ziel (Wohnen, Arbeiten, Besuch), darf nicht mehr in den Ort fahren.

Der gesamte Stadtteil Gevelndorf gilt ab sofort als „Anlieger frei“-Zone. Das teilte die Stadt Lüdenscheid am Mittwochnachmittag mit. Es ist der nächste Schritt, um den zusätzlichen Verkehr (fast 12.000 Pkw und 5.700 Lkw) durch die A45-Sperrung einzig und allein auf der Bedarfsumleitung U16/U39 zu bündeln. Dort kommt es seit Beginn der Maßnahmen fast den ganzen Tag über zu Dauerstau.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Wie die Stadt mitteilte, bringt der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) noch am Mittwoch (6. April) die Verkehrszeichen „Durchfahrt verboten“ an, ergänzt um die Zusatzschilder „Anlieger frei“ und „Radverkehr frei“ . Die Entscheidung begründet der Fachdienst Verkehrsplanung und -lenkung der Stadt Lüdenscheid mit den Auswirkungen der A45-Vollsperrung: Seitdem hätten nicht nur das Verkehrsaufkommen in dem dicht besiedelten Wohngebiet, sondern auch Verstöße gegen das Tempo-30-Limit massiv zugenommen.

Das gilt laut Stadt vor allem für den „Brockhauser Weg“, der quer durch Gevelndorf verläuft und damit fast die Heedfelder Landstraße mit der Altenaer Straße verbindet. Bei letzterer handelt es sich um Straßen der Autobahn-Bedarfsumleitung. Deswegen nutzen nach Beobachtung der städtischen Verkehrslenker zahllose Verkehrsteilnehmer den schmalen „Brockhauser Weg“ als Abkürzung.

In der verkehrsberuhigten Zone missachten zudem viele Kraftfahrer auch die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Das hätten Anwohner moniert – und Verkehrskontrollen „leider deutlich belegt“, sagt Nina Niggemann-Schulte vom Fachdienst Verkehrsplanung und -lenkung. Auch im Stadtteil Wehberg war für die Straße Im Olpendahl eine ähnliche Regelung angeordnet worden. Einheimische hatten sich darüber beklagt, dass ein Schleichweg wegfällt. Ein Anwohner hatte eine Änderung der Straßenreinigungsgebühren verlangt, da sich die Reinigungsklasse geändert habe.

„Der starke Durchgangsverkehr in Kombination mit den vielen Geschwindigkeitsüberschreitungen führe zu einer „Häufung gefährlicher Verkehrssituationen, die wir mit einer neuen Regelung unterbinden wollen“, so Niggemann-Schulte. Konkret werden folgende Maßnahmen umgesetzt.

1. Die Gevelndorfer Straße, die Dannenbergstraße und der „Brockhauser Weg“ – und damit drei der vier „Einfallstraßen“ in den Stadtteil – werden jeweils mit „Durchfahrt verboten“-Beschilderung (roter Kreis auf weißem Grund) versehen. Dieses Verkehrszeichen wird außerdem mit den Zusätzen „Anlieger frei“ und „Radverkehr frei“ versehen.

2. An der Straße „Karlshöhe“ bleibt es beim bereits seit einigen Monaten geltenden Lkw-Durchfahrtsverbot. Dazu kommt die „Anlieger frei“-Beschilderung.

Die Polizei soll die Einhaltung der Regelungen kontrollieren. „Wir hoffen, dass sich der Verkehr mit dieser Maßnahme deutlich reduziert und die Verkehrssicherheit dadurch deutlich erhöht. Wir sind den Anwohnern und auch Grundschülerinnen und -schülern gegenüber in der Pflicht“, sagt Christian Hayer, Leiter des Fachdienstes Verkehrsplanung und -lenkung. Dass die Verkehrssituation in Lüdenscheid generell und speziell auf der Bedarfsumleitung nicht nur schwierig ist, sondern insbesondere zu Stoßzeiten Nerven und Zeit kostet, sei der Stadtverwaltung bewusst.

Aber: „Wir müssen zusehen, dass wir den Verkehr, der von der A45 umgeleitet wird, auf der dafür vorgesehenen Umleitungsstrecke halten“, erklärt Hayer. Die Kanalisierung des Durchgangsverkehrs soll dafür sorgen, die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes im übrigen Stadtgebiet zu sichern. „Ansonsten würden sich Belastungen auf viele andere Stellen verteilen. Das würde es noch schwieriger machen, den Verehr zu regulieren, als es ohnehin schon ist“, so Hayer.

Auch interessant

Kommentare