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A45-Sperrung: Neue Lösung im Kampf gegen Lkw-Verkehr

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Von: Stefan Herholz

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Die Stadt Lüdenscheid hat ein neues Konzept im Kampf gegen den Lkw-Verkehr vorgelegt. Danach dürfen Lkw nach der Sperrung der A45-Talbrücke Rahmede die offizielle Umleitung nur noch in diesen zwei Fällen verlassen.

Lüdenscheid – Für die Anlieferung und das Abholen von Waren in Lüdenscheid oder wenn sie dem regionalen Wirtschaftsverkehr zuzuordnen sind, dürfen die Lkw in Lüdenscheid die offizielle Umleitung der A45 verlassen. Alle anderen Lkw gelten als Durchgangsverkehr und müssen bei Verstößen mit Bußgeldern rechnen. Das teilt die Stadt mit. Die neue Regelung gelte ab sofort und solle sowohl die Interessen von Anwohnern als auch von Unternehmen aus der Region berücksichtigen.

Das Verkehrszeichen 253 – ein schwarzes Lkw-Symbol auf weißem Grund umgeben von einem roten Kreis – ist geblieben. Ausgetauscht wurde hingegen die Zusatzbeschilderung darunter. Statt „Lieferverkehr frei“ stehe hier jetzt „Durchgangsverkehr“. Die Botschaft: Lkw, die Lüdenscheid nur durchfahren, müssen den offiziellen Umleitungsstrecken U16 und U39 folgen. Die Verkehrsbeschilderung sei an sämtlichen Hauptverkehrsstraßen zu finden, die von der Umleitung abzweigen, sowie an den gelben Wegweiser-Tafeln.

A45 in Lüdenscheid: Ausnahme für Lkw aus 75-km-Radius

Davon ausgenommen sind – und das sei die entscheidende Änderung – Lkw-Fahrer, die ihren Start- oder Zielpunkt in einem Radius von 75 Kilometern um Lüdenscheid haben. So ist das Thema Durchgangsverkehr in der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Zur Vereinfachung spricht die Stadt Lüdenscheid vom regionalem Wirtschaftsverkehr.

Konkret bedeutet das: Lkw aus den Kreisen Hagen (HA), Ennepetal (EN), Gummersbach (GM) und Olpe (OE) sowie aus dem Hochsauerland- (HSK) und Märkischen Kreis (MK) haben auf den Hauptverkehrsstraßen freie Fahrt. Sie gelten automatisch als Lieferverkehr.

Enforcement Trailer an der Heedfelder Straße
Mit Hilfe des Enforcement Trailers (hier an der Heedfelder Straße) sollen Lkw erfasst werden, die nicht zum regionalen Wirtschaftsverkehr gehören. Deren Spediteure erhalten in Zukunft Anhörungsbögen. © Cornelius Popovici

„Damit kommen wir den Firmen in unserer Region, die unter den Folgen der A45-Vollsperrung leiden, entgegen“, erklärt der Fachdienst Verkehrsplanung und -lenkung. Die neue Regelung sei „juristisch sauber geklärt und gut nachvollziehbar“.

Ein weiterer Vorteil: Sowohl den Unternehmen als auch dem Ordnungsamt werde ein immenser bürokratischer Aufwand erspart. Ursprünglich war angedacht, dass sich heimische und regionale Unternehmen in einer sogenannten „Whitelist“ der Stadt erfassen lassen. Die Nummernschilder der entsprechenden Lkw wären dann immer aussortiert worden, sobald der „Enforcement Trailer“, ein mobiles und autonom arbeitendes Laser-Messgerät, einen Lastkraftwagen erfasst hätte. Das hatte aber nicht wie geplant funktioniert.

Jetzt müssen nur noch Lkw, die nicht dem regionalen Wirtschaftsverkehr zuzurechnen sind und abseits der Umleitung erwischt werden, kontrolliert werden. Das heißt: Wenn „Enforcement Trailer“ Lkw außerhalb der Umleitungsstrecken blitzen, die kein Kfz-Kennzeichen aus dem regionalen Wirtschaftsverkehrsraum haben, erhalten die Spediteure einen Anhörungsbogen. Können sie dann nicht nachweisen, dass ihr Fahrzeug Waren angeliefert oder abgeholt hat, müsse das Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro zuzüglich Bearbeitungsgebühr (28,50 Euro) bezahlen.

Außerdem gelte weiterhin: Wohngebiete abseits der Hauptverkehrsstraßen dürfen Lkw nur dann befahren, wenn sie unmittelbar dort be- oder entladen werden. Darauf weist der Fachdienst Verkehrsplanung und -lenkung ausdrücklich hin. Und ergänzt: „Darüber hinaus gibt es Straßen mit absolutem Lkw-Verbot, die wegen ihrer Breite oder der Topographie für Lkw nicht geeignet und daher für sie gesperrt sind.“ Ein Beispiel dafür sei die Straße Karlshöhe.

Von einer guten Lösung spricht Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer: „Wir kommen den Unternehmen entgegen, schützen aber gleichzeitig die Anwohner vor dem Durchgangsverkehr.“

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