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A45-Sperrung: Seltene Tiere an der Talbrücke Rahmede - Lösung gefunden

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Von: Jan Schmitz

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In der Talbrücke Rahmede an der A45 bei Lüdenscheid wurden seltene Fledermäuse, die Haselmaus und Wanderfalken entdeckt. Was heißt das für den geplanten Neubau?

Lüdenscheid – Beim nächsten Spitzengespräch am kommenden Montag, 31. Januar, will die Autobahn GmbH Westfalen die Vertreter aus Politik und Verwaltung darüber informieren, ob die Sprengung der maroden Talbrücke Rahmede technisch und ohne Gefahr für Anwohner und Bebauung in Brücken-Nähe möglich ist.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Entscheidung noch nicht gefallen, sagte Autobahn-Sprecherin Susanne Schlenga am Dienstag auf Anfrage: „Die Sprengexperten haben sich die Brücke vor Ort angeschaut und erstellen derzeit ihr Gutachten.“ Einen detaillierten Zeitplan – wie ursprünglich vorgesehen – wird es am Montag aller Voraussicht nach nicht geben, „da weiterhin Fragen zu Abbruch und Genehmigung offen sind“, wie Schlenga betont.

A45 bei Lüdenscheid gesperrt: Marode Talbrücke Rahmede muss für Neubau weichen

Zweifarbfledermaus: Eine geschützte Art.
Zweifarbfledermaus: Eine geschützte Art. © Jochen Lübke

Für die geschützten Tierarten Zweifarbfledermaus, Haselmaus und Wanderfalke, die in und an der Talbrücke Rahmede nachgewiesen wurden, zeichnen sich inzwischen einvernehmliche Lösungen ab. Bei einem Gespräch von Autobahn-Vertretern mit den Naturschutzbehörden und ehrenamtlichen Naturschutzvertretern in der vergangenen Woche wurde das weitere Vorgehen abgestimmt.

Lösungen für gefährdete Tierarten: Wanderfalke, Haselmaus und Fledermaus werden umgesiedelt

Erste Ergebnisse wurden erzielt, wie Susanne Schlenga erklärte: In Abstimmung mit der „Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz NRW“ wird für den Wanderfalken ein Ersatzquartier errichtet. Auch für die Fledermäuse werden kurzfristig erste Ersatzquartiere geschaffen. Die Quartiersstandorte sind mit den Grundstückseigentümern abgestimmt. Für die Haselmäuse werden zudem geeignete Haselmaus-Nistkästen aufgestellt, um auch hier nach der Winterruhe Ersatzquartiere anzubieten.

Rettungsprogramm für Haselmäuse
Eine kleine Haselmaus sitzt im Wildpark Eekholt in einer Hand. Foto: Carsten Rehder dpa/lno © Carsten Rehder

Aus Sicht der Autobahn GmbH ist damit ein möglicher Umwelt-Eingriff durch einen Ersatzneubau beseitigt worden. Der BUND pocht trotz solcher Lösungen auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Autobahn GmbH, Anwohner, Unternehmer und Verkehrsteilnehmer befürchten durch eine UVP eine Bau- und Planungszeitverzögerung. Derweil ruft die heimische Wirtschaft um Nothilfen wegen massiver Umsatzeinbußen infolge der A45-Sperrung.

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