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A45-Sperrung: Lärmschutz nur für die erste Reihe? Anträge abgelehnt 

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Von: Thomas Machatzke

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Heide Rose leidet unter dem Lärm an der Lennestraße.
Heide Rose leidet unter dem Lärm an der Lennestraße. © Cedric Nougrigat

Am 22. Juni ist die Änderung des Bundesfernstraßengesetzes, die den Eigentümern von Gebäuden entlang der Umleitungsstrecken der A45-Sperrung die Erstattung der notwendigen Kosten für den Einbau von Lärmschutzfenstern und Lüftern ermöglicht, in Kraft getreten. Eine Änderung, die Bundesrat und Bundestag beschäftigt hat, weil der Lärmschutz nach der Sperrung der Talbrücke Rahmede Lüdenscheid beschäftigt.

Das neue Gesetz ist eine Reaktion auf die Probleme in der Bergstadt, die Probleme an Lennestraße, Altenaer Straße und anderen Teilstücken der Umleitung. Wenn man so will, hat der neue Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur, Dr. Volker Wissing (FDP), der am 11. August in der Bergstadt zu Gast sein wird, diese Neuerung nach den zahlreichen Klagen aus der starken Industrieregion in Südwestfalen als „Lex Lüdenscheid“ an den Start gebracht.

13 Anträge positiv bewertet

Gut ein Monat ist nun ins Land gegangen. Ein guter Monat, in dem die Autobahn GmbH bereits über 22 Anträge entschieden hat. „13 Anträge sind positiv bewertet worden, bei allen ging es dabei um Lärmschutzfenster“, sagt Bernd A. Löchter, Leiter der Kommunikation in Westfalen der Autobahn GmbH.

Das bedeutet: In 13 Häusern entlang der Umleitungsstrecken können die Besitzer nun entsprechend einen Fensterbauer beauftragen. Das weitere Prozedere sieht laut Faltblatt vor, dass der Eigentümer selbst die Arbeiten in Auftrag gibt, den Handwerker bezahlt und danach die Rechnung zur Erstattung bei der Autobahn GmbH einreicht. So weit die Theorie. Und die Praxis?

13 von 22 – das sind gerade mal knapp 60 Prozent positiv beschiedene Anträge. Neun Anträge wurden abgelehnt, weil, so Löchter, die Objekte nicht im entsprechend vorab definierten Radius zum lärmenden Umleitungsverkehr lagen. „Irgendwo ist der Grenzbereich“, sagt Löchter, „und daran müssen wir uns natürlich halten.“

Es gibt noch keine Erfahrungswerte, aber ich denke nicht, dass diese 22 Anträge schon das Ende der Fahnenstange sind.

Bernd A. Löchter, Leiter der Kommunikation in Westfalen der Autobahn GmbH

An welchen Straßen diese 13 Häuser liegen, die nun mit neuen Lärmschutzfenstern ausgestattet werden, darüber liegen Löchter keine Erkenntnisse vor. Genausowenig wie Erkenntnisse über den Standort jener Objekte, die zwar offensichtlich unter den Folgen der Sperrung – in diesem Fall in Form des permanenten Verkehrslärms – leiden, aber nicht mehr im Radius liegen.

Laut des Flyers des Brückenbauer-Büros sind Anwohner von sieben Straßen in Lüdenscheid aufgeführt worden, die mit einem Antrag Erfolgsaussichten haben: Lennestraße, Werdohler Landtraße, Brunscheider Straße, Altenaer Straße, Heedfelder Landstraße, Im Grund und der Autobahnzubringer Lüdenscheid Nord. Manche dieser Straßen sind allerdings laut Flyer nur in Teilen betroffen.

„Es gibt noch keine Erfahrungswerte, aber ich denke nicht, dass diese 22 Anträge schon das Ende der Fahnenstange sind“, sagt Bernd A. Löchter. Gerade die Sommer- und Urlaubszeit dürfte manchen vielleicht bisher noch davon abgehalten haben, einen Antrag zu stellen. Ob der Einbau der neuen Lärmschutzfenster schon in einem oder mehreren Häusern begonnen hat, wusste Löchter nicht zu sagen.

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