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A45-Sperrung: Jens Holzrichter (FDP) weist Kritik von Lkw-Fahrer zurück

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Von: Thomas Machatzke

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Jens Holzrichter: Plädoyer für mehr Sachlichkeit und für den Brückenwächter. © Cedric Nougrigat

Die Bergstadt Lüdenscheid und die Region im achten Monat der Brückensperrung: Der Geduldsfaden droht zu reißen, das Unverständnis wächst. Dafür hat der FDP-Fraktionsvorsitzende im Lüdenscheider Rat, Jens Holzrichter, großes Verständnis. Aber Holzrichter kann nicht heraus aus seiner Haut – wie in der Ratsarbeit liegt ihm die Versachlichung der Dinge am Herzen.

Lüdenscheid – Als Holzrichter, der Handball- und Fußballfan, am Wochenende aus dem Ruhrgebiet zurückfuhr, wo er einen ehemaligen Handballer der HSG Lüdenscheid besucht hatte, achtete er ganz besonders auf die Verkehrsschilder, hatte er doch bei der Zeitungslektüre von 45 Schildern gelesen zwischen Haltern und Lüdenscheid, die weiterhin Frankfurt/Main als Fernziel auswiesen.

„In Westhofen ist Frankfurt als Fernziel durchgestrichen“, sagt Holzrichter, „da wird man auf die A1 in Richtung Köln abgeleitet. Aber dass vorher auf der A43, A44 und A45 von Haltern, der schönen Seestadt, bis eben nach Westhofen immer noch auf Frankfurt hingewiesen wird? „Völlig richtig“, sagt Holzrichter – schließlich müsse der Verkehr ja genau bis Schwerte-Westhofen so geleitet werden, ergo müsste auch die Frankfurt-Ausschilderung bis Westhofen exakt so beibehalten werden.

Und die Kritik, dass nach dem Westhofener Kreuz auf der A45 gen Süden in Ergste und Hagen das Fernziel Frankfurt auch wieder auftaucht? „Auch richtig“, sagt Holzrichter, schließlich habe man zu diesem Zeitpunkt ja den Weg über die A1 gen Köln verpasst.

 A45-Sperrung: Jens Holzrichter (FDP) weist Kritik von Lkw-Fahrer zurück

„Und außerdem ist das eine bewusste Entscheidung der Autobahn GmbH“, sagt der Liberale aus Lüdenscheid, „schließlich will man den gesamten Verkehr nicht quer durch Hagen leiten.“ In der Tat könnte man in Hagen abfahrend die A1 wieder in Herdecke erreichen und über die A1 nach Köln und später Frankfurt/Main kommen. Das allerdings würde dann auch die nächste Stadt in ein kleines Verkehrs-Chaos stürzen.

„Wenn ich mir die Umsetzung des Transitverkehrs anschaue“, hatte der Schalksmühler Lkw-Fahrer Sandknop, der zwischen Haltern und Lüdenscheid die 45 Schilder gezählt hatte, festgestellt, „dann würde ich als Lehrer sagen: Sechs! Setzen! Wenn ich das alles in Summe sehe, fühle ich mich nur veräppelt. Nach acht Monaten schafft man es immer noch nicht, den Verkehr weiträumig umzuleiten.“ Den Ärger Sandknops über die Verkehrssituation kann Holzrichter nachvollziehen, auch die Probleme, die gerade Fahrer aus dem Ausland mit der Beschilderung haben, dass sie so manches nicht leicht nachvollziehen können.

Ein Plädoyer für den Brückenwächter in Hagen

Trotzdem, so der Bergstädter, gehe die konkrete Schilderkritik am Ziel vorbei. Und auch die Kritik, dass durch die Anlieger-frei-Regelungen in der Stadt Schleichwege für die ortskundigen Lkw-Fahrer obsolet seien, weist Holzrichter zurück. „Was wäre die Alternative?“, fragt er. „Wenn die Stadt diese Bereiche freigeben würde, dann würden dort ja auch die fremden Lkw mit ihren Navis durchfahren. Die Stadt hat sich entschieden, den Umleitungsverkehr auf diese vorgesehenen festen Strecken zu leiten. Und das ist auch richtig, damit nicht noch mehr Straßen kaputt gehen. Wenn man dies so will, dann muss dies aber auch für alle Lkw gelten.“

In einem Punkt allerdings, so Holzrichter, sei er mit Jörg Sandknop einer Meinung. Eine Brückenwächterregelung, wie sie der städtische Verkehrsplaner Christian Hayer nach dem Vorbild Wetter an der Ruhr vorgestellt hatte, um ein automatisiertes Ausleitungs- und Kontrollsystem für den Schwerlastverkehr zu installieren, würde sich Holzrichter für die Abfahrt Hagen-Süd inständig wünschen. So könnten die Lkw, die kein Ziel in Lüdenscheid haben, einfach zurückgeschickt werden nach Westhofen. Und kein Frankfurt-Schild der Welt würde den Lkw-Fahrern da noch etwas helfen können.

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