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A45-Sperrung: Google Maps löst selbst ausgelöstes Chaos auf

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Von: Jan Schmitz

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Die A45-Abfahrt Lüdenscheid wurde vor zwei Wochen verändert. Die Navi-Hörigkeit, die ein Chaos auslöste, hat nun aber auch etwas Gutes.

Lüdenscheid – Das Chaos rund um die neue Verkehrsführung an der A45-Anschlussstelle Lüdenscheid hat sich weitgehend aufgelöst. Das teilte die Autobahn Westfalen auf Anfrage mit. Unerwartete Hilfe kam dabei ausgerechnet vom Navigationsanbieter Google, der noch in der vergangenen Woche für zahlreiche fehlgeleitete Verkehrsteilnehmer verantwortlich gemacht wurde, die sich blind auf ihr Navi verlassen hatten und ungewollt im Stau landeten.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

„Die Situation hat sich deutlich verbessert, weil Google Maps die neue Linksabbiege-Spur erkannt hat“, sagt Susanne Schlenga von der Autobahn Westfalen. Google Maps ist so programmiert, dass den Auto- und Lkw-Fahrern immer die schnellste Route angeboten wird. Dadurch, dass sich in den ersten Tagen der Verkehr auf der Rechtsabbiegespur staute und auf dem Linksabbieger nicht, erkannte der Algorithmus mit der Zeit, dass hier eine Durchfahrtsmöglichkeit besteht. Die von der Autobahn GmbH vorgesehene Verkehrsführung wird somit nun auch in den Navis angezeigt. Vor Ort warten die Lkw und Autos nun in Fahrtrichtung Lüdenscheid etwas länger. Auf der Rechtsabbiegespur in Richtung Bellmerei und Werdohl geht es dagegen schneller voran. Am Dienstag ignorierten an der Kreuzung zudem nur noch wenige fehlgeleitete Autofahrer das Rechtsabbiegeverbot.

Vor Wochenfrist war das noch anders. Staus, gefährliche Wendemanöver und massenhafte Verkehrsverstöße bereiteten Verkehrsplanern und Polizei Sorgen. Am Montag kamen deshalb Vertreter von Autobahn GmbH, Stadt Lüdenscheid, Straßen.NRW und Polizei zusammen, um die Situation rund um die Anschlussstelle Lüdenscheid zu erörtern.

Die Verkehrssituation an der A45-Ausfahrt Lüdenscheid nach Änderung der Verkehrsführung am 30. Juni.
Die Verkehrssituation an der A45-Ausfahrt Lüdenscheid nach Änderung der Verkehrsführung am 30. Juni. © Cedric Nougrigat
Die Verkehrssituation an der A45-Ausfahrt Lüdenscheid nach Änderung der Verkehrsführung am 12. Juli.
Die Verkehrssituation an der A45-Ausfahrt Lüdenscheid nach Änderung der Verkehrsführung am 12. Juli. © Cedric Nougrigat

Auch wenn Google Maps zur Entspannung beigetragen hat, bleiben Baustellen, die in den kommenden Tagen abgearbeitet werden sollen. Das verbotene Rechtsabbiegen an der Ausfahrt in Richtung Werdohl soll durch bauliche Maßnahmen erschwert werden. Zudem wird die gelbe Bestandsbeschilderung abgehängt. Bereits auf der A45 soll die Beschilderung eindeutiger werden. Bislang war wegen der Sperrung das Ziel Dortmund auf dem blauen Schild durchgestrichen. Daneben befand sich das Verkehrszeichen „Fahrtrichtung Dortmund – U39 folgen“. Die widersinnige Streichung von Dortmund auf dem blauen Schild wird nun rückgängig gemacht.

Die Stadt Lüdenscheid hat zudem die Ampelschaltung an dem Knotenpunkt angepasst. Wer auf der Brunscheider Straße in Richtung Lüdenscheid unterwegs ist, hat nun an der Kreuzung eine Grünphase von 38 Sekunden, zuvor waren es vier. Dies hatte zu langen Staus und für viel Frust geführt. Dennoch ist für Autobahn-Sprecherin Susanne Schlenga klar, dass das nicht die letzte Maßnahme an der Anschlussstelle Lüdenscheid war. „Wir werden die Situation fortlaufend beobachten und die Verkehrsführung – wenn notwendig – weiter optimieren.“

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