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A45-Dauersperrung: Der schlimmste Fall ist eingetreten - ein Kommentar

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Von: Jan Schmitz

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Die Einsturzgefahr an der maroden Talbrücke Rahmede und die daraus folgende monatelange Sperrung der A45 bei Lüdenscheid ist nach Corona und der Flut der nächste Schlag für eine Region im Wandel. Ein Kommentar von Jan Schmitz.

Die Lebensader Südwestfalens ist durchtrennt. Eine marode Brücke stürzt eine ganze Region ins Verkehrschaos, während noch gar nicht alle Schäden der Jahrhundertflut aus dem Juli beseitigt sind. Seit Mittwoch wissen wir: Der Verkehrsinfarkt wird bleiben – über Monate, wenn nicht Jahre. Zehntausende Anwohner, Pendler, Unternehmen werden unter der langfristigen A45-Sperrung für Lkw leiden. Das Worst-Case-Szenario tritt ein.

Der offene Bruch in der Infrastruktur trifft nicht nur die Anrainer in Südwestfalen, sondern Handel, Logistik und andere Wirtschaftbereiche in ganz Deutschland. Als die Leverkusener Brücke versagte, sprach man von einem Warnschuss. Im Vergleich dazu ist am Mittwoch eine Bombe detoniert. In Südwestfalen gibt es nur die A45, praktikable Umleitungen: Fehlanzeige. Ist die Ader erst durchtrennt, ist es bis zum Tod nicht mehr weit.

Daher ist es zwar richtig, die Genehmigungsverfahren für den Brückenneubau in Lüdenscheid zu beschleunigen. Das tieferliegende Problem wird so aber nicht gelöst. Es gibt dutzende sanierungsbedürftige Brücken an der A45. Investitionsstau wird zum echten Stau. Ohne eine milliardenschwere Förderung – nicht nur in die Infrastruktur – droht einer wichtigen Wirtschaftsregion Deutschlands ein fataler Abstieg. Bundes- und Landesregierung müssen wissen: Die Zukunft und das Schicksal der Menschen in Südwestfalen liegt jetzt in ihren Händen.

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