1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

A45-Sperrung: Demo an der Lennestraße geplant - wegen Hinhaltetaktik

Erstellt:

Von: Susanne Kornau

Kommentare

Lkw auf der Lennestraße.
Auf den Umleitungsstrecken reihen sich die Schwerlaster aneinander. Die Belastung ist groß. © Cornelius Popovici

Der Frust sitzt tief. Er wird genährt von Hilflosigkeit. Und von dem Gefühl, die Politiker im Wahlkampf verstehen den Alltag der Menschen gar nicht, geschweige denn das Ausmaß ihrer Belastung an den A 45-Umleitungsstrecken. Also treffen sich auf Einladung der Linken am Montag in der Gaststätte Eichholz diejenigen, die immer noch ein Fünkchen Hoffnung haben. Viele sind’s nicht.

Lüdenscheid - Otto Ersching und Josef Filippek, Ratsvertreter der Linken, können drei Anwohner von der Lennestraße, Im Grund und der Brüderstraße begrüßen. Claudius Bartsch, für die ÖDP im Rat, kommt mit Gemeindeordnung unterm Arm. Ihnen und einigen anderen ist die Hoffnung darauf gemein, dass irgendwo ein echter Entscheidungsträger an einer möglichst zügigen Lösung arbeiten will und das auch vernünftig kommuniziert. Um den zu finden, gilt: „Es ist wichtig, dass man sich vernetzt.“

In den erhofften Dialog will man mit konkreten Vorschlägen treten: Vor allem die „6000 Laster auf Durchreise“ müssten rausgehalten werden aus Lüdenscheid, fordert Otto Ersching. „Mir fällt keine andere Lösung ein“, sagt er, und verteilt Kopien zum Projekt „Brückenwächter“, ein „Automatisiertes Ausleit- und Kontrollsystem zum Schutz sanierungsbedürftiger Brücken“. Das funktioniere schon in Wetter/Ruhr, das wolle man hier auch. Aber: Seit zwei Monaten warte die Stadt dazu auf eine Stellungnahme der Autobahn GmbH. „Das geht doch in einer Woche“, findet der Linke: „Für mich ist das eine Abwehrhaltung.“ Bartsch stimmt zu: „Otto, das ist ein Witz.“

Auf Einladung der Linken trafen sich Anwohner in der Gaststätte „Zum Eichholz“.
Auf Einladung der Linken trafen sich Anwohner in der Gaststätte „Zum Eichholz“. © Susanne Kornau

Gar nicht zum Lachen ist der Gruppe angesichts der Machtlosigkeit, die man als Bürger fühle: Die Politik – hört nicht zu. Die „Schnittstelle Wagemeyer“ – sinnlos und ohne Kompetenzen. Die Diskussion um Hasel- und Fledermaus – ein Ablenkungsmanöver. Die Reaktion der Verwaltung auf konkrete Fragen – Mauern. Die immer noch fehlenden Ergebnisse der Verkehrszählung fürs Schadstoffscreening – reine Hinhaltetaktik bis nach der Wahl.

Die Bahn – schweigt ebenfalls und beschleunigt gar nichts auf der Hagen-Strecke. Also greift man auch hier nach jedem Strohhalm: „Mein Sohn“, sagt einer der Anwesenden, „arbeitet bei der Bahn.“ Der wolle jetzt mal mit jemandem an entscheidender Stelle sprechen. Der direkte Draht, sozusagen. Otto Ersching findet’s gut: „Wenn ich mit dem Spruch komme: ‘Da kann man sowieso nichts machen’, dann habe ich schon aufgegeben.“

Josef „Jupp“ Filippek fasst zusammen: „Ich hab’ langsam die Schnauze voll. Wir müssen mal ‘ne Demo machen.“ Otto Ersching nickt: „Wir müssen das nach draußen tragen. Das Worthkreuz sperren in beide Richtungen. Und zwar für etwas längere Zeit.“ Nun wird eine Demonstration für den 12. Mai, 17 Uhr, „im Bereich der Lennestraße“ geplant. Treffpunkt: Unterer Worthhagen. Das nächste Vorbereitungstreffen ist am 3. Mai, 18 Uhr, Gaststätte „Zum Eichholz“. Die Zeit drängt, sagt einer: „Die Fenster werden schon dunkler an der Lennestraße.“

Auch interessant

Kommentare