1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

A45-Sperrung: Bürger fordert Brückenfreigabe für Fahrräder

Erstellt:

Von: Thomas Machatzke

Kommentare

Talbrücke Rahmede gesperrt Lüdenscheid
Freigabe für Radfahrer? Gerhard vom Brocke hat die Idee eingebracht, doch ein ähnlicher Gedanke war kürzlich schon bei der Sondersitzung des Rates negativ beantwortet worden. © Cedric Nougrigat

Ein Radweg über die gesperrte Autobahnbrücke, um Pendlern den Weg aus dem Norden zum Beispiel nach Kostal oder zum Klinikum zu erleichtern? Die Idee kommt von Gerhard vom Brocke, auf eine Antwort wartet er nach sechs Wochen noch immer.

Lüdenscheid – Dass die Dinge gefühlt immer zu langsam vorangehen, wenn sie irgendetwas mit der Sperrung der Talbrücke Rahmede, der Sprengung und dem Neubau zu tun haben, ist nicht neu. Das neue Büro des Bürgerbeauftragten Sebastian Wagemeyer hat daran nichts geändert, im Gegenteil: Es ist eher schon eine weitere Anlaufstelle, die mitunter frustrierte Bürger zurücklässt.

Gerhard vom Brocke ist einer dieser Bürger. Am 10. Mai hat sich der Schalksmühler, der in Winkeln wohnt, mit einer Idee direkt an Wagemeyer gewandt. „Mein Vorschlag ist, die Brücke von der Anschlussstelle Nord bis Mitte für Fahrräder freizugeben, ein Teilstück von 4,4 Kilometern, gute Topografie“, sagt vom Brocke. Der aus Norden einpendelnde Verkehrsteilnehmer könne so, wenn er die Möglichkeit habe und dies wünsche, das Fahrzeug auf einem unbenutzten Stück der Autobahn parken und mit dem Rad zum Ziel kommen. Zum Beispiel zur Firma Kostal und kleineren Betrieben in der Nachbarschaft. Aber eben auch zum Klinikum.

Im Klinikum arbeitet vom Brockes Frau als Seelsorgerin. „Früher hat sie 20 Minuten gebraucht zur Arbeit, heute sind es eineinhalb Stunden“, sagt vom Brocke, „und mit dem Rad zu fahren, das geht an den Umleitungen gar nicht. Da sind am Rande der Heedfelder Straße die Seitenstreifen aufgerissen. Der Mindestabstand zu den Lkw auf dieser Strecke kann gar nicht garantiert werden.“ Kurzum: alles zu gefährlich.

A45-Sperrung: Bürger fordert Brückenfreigabe für Fahrräder

Ob vom Brockes ein gangbarer Weg ist? Ein ähnlicher Vorschlag im Rahmen der Sondersitzung des Rates war kürzlich im Kulturhaus recht kurz und knapp mit Verweis auf die Komplettsperrung der Brücke abgebügelt worden. Vom Brocke indes hat Zweifel. „Bis zum Tag der Sperrung sind noch 40-Tonner über die Brücke gefahren. Jetzt soll sie nicht mal ein Fahrrad tragen“, sagt er und würde gerne mal den Schadensbericht der Brücke einsehen.

Vom Brocke ist Diplom-Ingenieur, die Thematik würde ihn herzlich interessieren. Doch er hat den Bericht im Internet nirgendwo öffentlich zugänglich gefunden. Und eine Antwort auf seine Idee hat er von Sebastian Wagemeyer auch nicht erhalten. Eine Eingangsbestätigung der E-Mail schon, danach indes herrschte Schweigen, seit nunmehr gut sechs Wochen. So hat vom Brocke nun eine weitere E-Mail geschickt. Die kam direkt als unzustellbar wieder zurück. Die Kommunikation, sie bleibt ein Ärgernis für viele Bürger.

Vom Brocke berichtet auch vom wachsenden Unmut im Klinikumfeld seiner Frau. Er ist da nicht allein. Es mehren sich die Stimmen, die zu berichten wissen, dass sich inzwischen nicht wenige Ärzte, die aus dem Ruhrgebiet eingependelt sind, neu orientiert haben. In Firmen ist dies nicht anders. Kreative Angebote zu machen für diese Menschen, die Lüdenscheid so ungern verlieren will – das ist vom Brockes Ansinnen. Er hätte gerne gewusst, wie darüber der Bürgerbeauftragte/Bürgermeister denkt. Ein frommer Wunsch, bis jetzt jedenfalls.

Auch interessant

Kommentare