A45: Lkw-Umleitung stößt in Lüdenscheid auf Widerstand

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Auf der Brunscheider Straße werden in Spitzenzeiten bald stündlich 50 Lastwagen mehr als sonst verkehren.

Lüdenscheid - Totales Chaos oder geordnete Übergangsregel? Die bevorstehende Sperrung der Autobahnauffahrt Nord für den Schwerlastverkehr und Umleitungsempfehlungen von Straßen.NRW beschleunigen den Pulsschlag der Politiker.

Deren Schreckgespenster heißen „Noch längere Staus auf der Brunscheider Straße“, „Überlastung der Innenstadt“ und „Schäden für Gewerbetreibende“. Das wollen die Fraktionen nicht widerspruchslos hinnehmen.

Die Stimmung im städtischen Hauptausschuss ist aber nicht ausnahmslos kontra Landesbetrieb. SPD-Ratsherr und -Landtagsabgeordneter Gordan Dudas bricht eine Lanze für Straßen.NRW und spricht angesichts der Planungen von einem „schlüssigen und nachvollziehbaren Konzept“.

Wie berichtet, ist die Statik der Sterbecke-Talbrücke beeinträchtigt und soll entlastet werden. Weil die Beschleunigungsspur auf der Brücke liegt, kann nach Auffassung des Landesbetriebs nur durch eine Lkw-Sperrung verhindert werden, dass zeitgleich mehrere Lastwagen nebeneinander fahren. Die Lösung: Lkw-Fahrer auf dem Weg ins Ruhrgebiet sollen bei Lüdenscheid Nord die Auffahrt Richtung Süden nehmen, an der Anschlussstelle Mitte abfahren und über die Brunscheider Straße in Richtung Norden wieder auf die A45 auffahren.

„Brisanz größer als beim Rathaustunnel“

Nach Berechnungen der Autobahnbauer dürften dann in Spitzenzeiten stündlich rund 50 Lastwagen mehr als sonst auf der Brunscheider Straße verkehren. Voraussetzung ist, dass der Großteil der Fahrer die Umleitungsregel befolgen.

CDU-Mann Oliver Fröhling befürchtet hingegen, dass viele Lastwagen quer durch die Stadt rollen werden und stuft die Brisanz für den Verkehr in Lüdenscheid „größer als die Teilsperrung des Rathaustunnels“ ein. Und für höheres Lkw-Aufkommen sei beispielsweise die Oberfläche der Straße Im Grund nicht mehr „schön genug“, sagt auch SPD-Vertreter Dudas. Noch schwärzer sehen die Liberalen die Entwicklung voraus. FDP-Sprecher Jens Holzrichter spricht von „Auswirkungen weit über das Stadtgebiet hinaus“ und fordert frühere und bessere Informationen vom Landesbetrieb. „Ich habe keine Lust auf weitere Überraschungen dieser Art.“ Und Michael Thomas-Lienenkämper von der Linken fragt, ob die Brücke auf der Brunscheider Straße der zusätzlichen Belastung auf Dauer gewachsen sein wird.

Bürgermeister kritisiert Straßen.NRW

Auch Bürgermeister Dieter Dzewas, der die A45 als „Herzschlagader der heimischen Ökonomie“ bezeichnet, übt harsche Kritik an Straßen.NRW. „Formale Rechte hat die Stadt hier nicht“, so Dzewas. Aber das Szenario sei ein „sehr gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn nicht regelmäßig in Unterhaltungsmaßnahmen investiert“ werde.

Die Linksabbiegerspur auf der Brunscheider Straße ist schon geändert. Die Standorte für die Umleitungsschilder stehen noch nicht fest. Vor der Info-Veranstaltung am 30. April um 14 Uhr im Ratssaal soll die Maßnahme laut Straßen.NRW nicht greifen. - omo

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