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A45-Demo: 200 Anwohner „machen ihrem Ärger Luft“

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Von: Leon Malte Cilsik

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Rund 200 Anwohner kamen zur Demonstration nach Brügge.
Rund 200 Anwohner kamen zur Demonstration nach Brügge. © Cornelius Popovici

Aus Protest gegen den überregionalen Durchgangsverkehr versammelten sich am Donnerstagabend rund 200 Anwohner in Brügge.

Lüdenscheid – Da waren sie wieder, die in Lüdenscheid mittlerweile bekannten Rufe: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Gesundheit klaut“, schallte es am Donnerstagabend, dieses Mal auf der B54, aus den Kehlen der etwa 200 Teilnehmer der dritten Demonstration der Bürgerinitiative A45. Während des Protestzugs vom Bahnhof Brügge zum Sportplatz machten die Lüdenscheider ihrem Unmut über das Verkehrschaos Luft.

„Damit haben wir hier vor Ort ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt“, sagte Heiko Schürfeld. „Nun muss es bloß auch überregional wirken.“ Der Initiativen-Sprecher hatte sich vorab zwar Teilnehmerzahlen jenseits der 300 erhofft, zeigte sich aber dennoch mit der Resonanz zufrieden: „Dafür waren wir umso lauter.“

Start am Bahnhof

Und daran hatte Schürfeld selbst mit einer einleitenden Rede am Bahnhof maßgeblichen Anteil. „Aus maximalem Tempo ist maximale Verzögerung geworden“, begann er mit einem Verweis auf die nun wohl doch nicht mehr in diesem Jahr erfolgende Brückensprengung noch gemäßigt.

Deutlich emotionaler wurde er beim Thema Volmetal und den hier geplanten Fahrbahnabsenkungen unter den Unterführungen der B54: „Das Volmetal ist jetzt schon völlig überlastet. Lüdenscheid geht kaputt vom Verkehr. Und der soll noch mehr werden? Das wollen wir nicht. Wir machen unserem Ärger Luft!“

Und das musste er den Versammelten, darunter auch viele Anwohner der B54, nicht zweimal sagen. Nicht nur die Aufmerksamkeit der Auto- und Lkw-Fahrer auf der von der Polizei gesperrten B54 war dem Zug sicher, der sich in bewusst langsamem Tempo und mit kaum zu überhörender Geräuschkulisse in Bewegung setzte. So manch einer schloss sich gar spontan dem Umzug an, der am Ende ein durchaus beeindruckendes Bild auf der Bundesstraße abgab.

Keine Vertreter der Stadtverwaltung oder des Brückenbauer-Büros

Vor Flühs Drehtechnik geriet der Zug dann ins Stocken – jedoch ganz bewusst, die nächste Rede stand an. Heike Sieling-Laudien ergriff nun das Wort: „Es wäre so einfach, den überregionalen Durchgangsverkehr umzuleiten. Sei es nun über das Kamener Kreuz oder das Westhofener Kreuz. Über die A1, A3 oder A4. Aber es passiert seit zehn Monaten gar nichts“, klagte die unter massiven Umsatzverlusten leidende Gewerbetreibende von der Lennestraße und hinterfragte weiterhin, warum bei der Demonstration keine Vertreter der Stadtverwaltung und des Brückenbauer-Büros anwesend waren. „So ernst werden unsere Sorgen also genommen.“

Forderungen sind klar

Nach Sieling-Laudien ergriffen noch drei weitere Anwohner der Umleitungsstrecke das Wort – die sich in ihren Forderungen einig waren: Es brauche einen schnelleren Brückenneubau, ein Verbot des überregionalen Durchgangsverkehrs und am besten auch ein Nachtfahrverbot für Lkw.

Die Demonstranten zogen weiter in Richtung Sportplatz, wo Dr. med. Walter Wortberg abschließend auf die gesundheitliche Gefährdung für Anwohner durch Feinstaub, Straßenlärm und Schlafmangel hinwies. Abschließend war sich das 15-köpfige Planungsteam der Bürgerinitiative einig: Dies soll nicht die letzte Demonstration gewesen sein, die Details sollen am Dienstag besprochen werden

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