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CDU-Chef Friedrich Merz in Lüdenscheid: Ein Versprechen unter der A45-Brücke

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Von: Olaf Moos

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CDU-Vorsitzender Friedrich Merz in Lüdenscheid
Kritische Blicke auf die Brückenbaustelle: Friedrich Merz, hier mit dem CDU-MdB Paul Ziemiak aus Iserlohn, machte sich ein Bild vor Ort – und sprach unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Betroffenen der Autobahnsperrung. © Cedric Nougrigat

CDU-Chef Friedrich Merz hat Lüdenscheid besucht und sich ein Bild von den Arbeiten unter der gesperrten A45-Brücke gemacht - am Tag nach dem Termin, an dem sie ursprünglich gesprengt werden sollte.

Lüdenscheid - Im Lärm der Baumaschinen und vorbeirollenden Verkehrsmassen forderte CDU-Chef Friedrich Merz unter der gesperrten A45-Autobahnbrücke in Lüdenscheid von der Bundesregierung, sich „ernsthaft mit einer Verfahrensbeschleunigung zu befassen“.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNRW; Hessen; Bayern

Friedrich Merz (CDU) in Lüdenscheid: Ein Versprechen unter der A45-Brücke

Mit Blick auf die Not der Menschen und Unternehmen Lüdenscheids und der Region stellte Merz im Beisein führender Unionspolitiker aus dem Sauerland fest: „Wir sind in diesem Land zu langsam!“ Er habe in Gesprächen mit Betroffenen „eindrucksvoll erfahren, was die Menschen zu erleiden haben“.

Seit über einem Jahr ist die wichtige NRW-Autobahn bei Lüdenscheid unterbrochen, die marode Brücke wurde Anfang Dezember 2021 vom einen auf den anderen Tag gesperrt. Seitdem leiden Menschen und Wirtschaft der Region. Die Bewohner von Lüdenscheid müssen mit einer Blechlawine auf den Umleitungsstraßen klarkommen. Bei einem Besuch in Lüdenscheid sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU): „Das ist in vielerlei Hinsicht eine echte Zumutung.“

Vor dem Ortstermin unter der Brücke, an dem neben Landrat Marco Voge, dem CDU-Landtagsabgeordneten Ralf Schwarzkopf, MdB Florian Müller und seinem Kollegen Paul Ziemiak aus Iserlohn oder dem Europaabgeordneten Dr. Peter Liese auch Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (SPD) sowie Vertreter der Autobahn GmbH teilnahmen, hatte sich der Gast aus Berlin mit Sprechern heimischer Unternehmen und der Bürgerinitiative A45 getroffen.

A45-Sperrung: Friedrich Merz traf sich in Lüdenscheid mit Politik, Wirtschaft und Bürgerinitiative

Im Konferenzraum der Firma Busch-Jaeger am Freisenberg hatten die Gesprächspartner unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Stunde Zeit, ihre Anliegen „an den Mann“ zu bringen. Dazu gehört einerseits eine Beschleunigung des Neubauvorhabens, andererseits eine großräumige Umleitung, um den Transitverkehr aus der Stadt zu verbannen.

An Klartext herrschte dabei nach Worten eines Teilnehmers kaum Mangel. Ob Industrie- und Handelskammer, Arbeitgeberverband, IG Metall, Bürgerinitiative oder Kommunalpolitik – die einhellige Botschaft der Redner sei angekommen bei dem hohen Gast, hieß es. So bezifferte der Chef des Finnentroper Fleischfabrikanten Metten die Verluste der Unternehmen in der Region nach Darstellung eines Gesprächsteilnehmers auf „täglich eine Million Euro“.

Ein weiterer mittelständischer Unternehmer beklagte, seit der Brückensperrung hätten 16 seiner Mitarbeiter ihre Stellen gekündigt. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Metall und Elektro, Dr. Frank Hoffmeister, appellierte an Merz: „Geben Sie uns den Glauben zurück, dass das professionell gemanagt wird!“

Friedrich Merz zur A45: „Der Zustand ist wohlstands- und gesundheitsgefährdend“

Bei seinem Pressestatement später unter der Brücke sagte Merz: „Der Zustand ist wohlstands- und gesundheitsgefährdend.“ Die Region fordere mehr Unterstützung, und dazu brauche es jetzt „klare Zeichen“. Als eines dieser Zeichen soll CDU-MdB Florian Müller das Brückenthema in der Fraktion „als Hauptaufgabe“ übernehmen.

Nach Anregungen von Betroffenen ist es laut Friedrich Merz auch notwendig, Fragen der Entschädigung zu beantworten. So hatte CDU-Ratsherr Oliver Fröhling in dem Gespräch bei Busch-Jaeger zu seinem Parteivorsitzenden gesagt: „Uns fliegt in Lüdenscheid der Haushalt um die Ohren.“ Zusätzliche Anforderungen – etwa an die Arbeit der Feuerwehr – kosteten Unsummen. „Herr Merz, besorgen Sie uns Millionen, wir brauchen Geld!“

Merz versprach unter der gesperrten A45-Brücke: „Wir bleiben am Ball.“ Zuvor im Konferenzraum am Freisenberg hatte er es ausführlicher formuliert: „Lüdenscheid und die Sperrung der A45 sind wie ein Brennglas, das die Infrastruktur-Probleme, die in ganz Deutschland herrschen, exemplarisch aufzeigt. Wir müssen das besser, schneller und effizienter machen.“

Damit verband der Gast aus Berlin die Ankündigung: „Das war nicht mein letzter Besuch. Ich komme wieder.“

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