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A45: Autobahn GmbH sucht ab sofort Brückenbauer - Geplanter Baubeginn 2023

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Von: Jan Schmitz

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Die Autobahn GmbH hat das Vergabeverfahren für den Neubau der Talbrücke Rahmede gestartet. Aus den Rahmendaten ist ein Zeitplan ablesbar.

Die Autobahn Westfalen hat das EU-weite Vergabeverfahren für den Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede gestartet. Das teilte die Niederlassung Hagen am Montag mit. Zunächst werden maximal drei Bewerber ausgewählt, die dann zur Angebotsabgabe aufgefordert werden. Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es ein zweistufiges Verfahren, um den Brückenbauer zu finden, der nach dem Abriss der alten Brücke eine neue baut. Oder wie es die Autobahn GmbH formuliert: „ der den Neubau der Brücke am besten und schnellsten realisieren kann.“

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNRW, Hessen, Bayern

Zunächst findet daher ein Teilnahmewettbewerb statt. „Für den Neubau der Talbrücke Rahmede brauchen wir leistungsfähige Firmen, die innovative Ideen mitbringen“, wird Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH, zitiert. „Das nun gewählte Ausschreibungsverfahren sorgt dafür, dass ausschließlich Unternehmen mit ausreichend Bau- und Planungserfahrung Angebote abgeben können.“ Für eine Teilnahme könnten sich Bewerber auch zu Arbeitsgemeinschaften zusammenschließen - sowie das die Firmen Heitkamp und Liesegang für den Sprengabbruch getan hatten.

Neubau der Talbrücke Rahmede an der A45 soll 2023 beginnen

Offizieller Start des Teilnahmewettbewerbs war mit der Veröffentlichung auf der Vergabeplattform „Vergabemarktplatz NRW“ am Donnerstag. Am 21. November läuft um 9.30 Uhr die Teilnahmefrist ab. Nach Prüfung der eingegangenen Referenzen wird die Autobahn Westfalen drei Teilnehmer zu einer Angebotsabgabe für den Ersatzneubau auffordern. „Hier müssen die Bieter bereits ein hohes Maß an Planungsleistung einbringen, um ihr Angebot zu erstellen“, erklärt die Niederlassungsdirektorin. Die Planungsleistungen, die in diesem Verfahren erarbeitet werden, werden dann wichtige Grundlage sowohl für die Vergabeentscheidung als auch für den weiteren Planungsprozess sein.

Die Rodungsarbeiten dauern noch einen Tag länger.
Die Rodungsarbeiten dauern noch einen Tag länger. © Cornelius Popovici

Wichtigstes Kriterium für die Vergabe ist im Fall der Talbrücke Rahmede ist die Zeit. „Je eher der Verkehr wieder über die Autobahn laufen kann, umso besser“, sagt Sauerwein-Braksiek. Zudem werden auch die Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Qualität und die Beeinträchtigung der Anwohner durch den Bau in die Wertung einfließen.

Zwei Brücken führen künftig über das Rahmedetal bei Lüdenscheid

Die Leistungen werden von dem Auftragnehmer von der Autobahn GmbH verlangt.

Zuletzt hatte die Autobahn GmbH mit einem vermeintlichen Vertipper in einer Powerpoint-Präsentation Hoffnung auf eine frühere Fertigstellung der Talbrücke Rahmede gemacht. Dort wurde die geplante Freigabe der A45 mit Ende 2025 angegeben und damit ein Jahr früher als bei Sperrung der A45 im Dezember 2021 angekündigt („Fünf Jahre“). Der Inhalt der Ausschreibungsunterlagen bestätigt einen deutlich ambitionierteren Zeitplan. Nachdem bereits durchgesickert war, dass die Vergabe des Auftrags im Mai 2023 erfolgen soll, müssen die Bewerber schon im jetzt stattfindenden Teilnahmewettbewerb Angebote abgeben, die bis zum 21. August 2023 gültig sein müssen. Dies wäre - sollten keine Klagen das Projekt verzögern - der derzeit vorgesehene letztmögliche Baubeginn für den Neubau.

Interessant auch: Die vorgesehene Zeit für die gesamte Baumaßnahme wird mit maximal 60 Monaten ab Baubeginn angegeben (also fünf Jahre), demnach wäre die Brücke spätestens im Juli 2028 wieder vollständig hergestellt.

Ziel ist es aber in einem ersten Bauabschnitt zunächst den ersten Teilbau fertigzustellen, über den dann im besten Fall schon im Jahr 2025 wieder Autos und Lkw fahren können, bevor das Gesamtbauwerk abgeschlossen wird. Dazu muss man wissen, dass der Neubau anders als der marode Altbau faktisch aus zwei separaten Brückenbauwerken besteht. Ist eins fertig, würde hier der Verkehr zweispurig in jede Fahrtrichtung geführt und die A45-Sperrung könnte wieder aufgehoben werden.

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