Rückstellung des A45-Ausbaus: Dzewas schäumt

LÜDENSCHEID - „So leicht schockiert mich in der Politik ja nichts mehr, aber als Bundesverkehrsminister Ramsauer jetzt die Rückstufung des Ausbaus der A45 bekanntgab, hat es mich umgehauen“, erklärte Bürgermeister Dieter Dzewas.

Wie berichtet, soll es vorläufig bei zwei Spuren in Richtung Dortmund bleiben – „ein Unding“, schäumte Dzewas, „die Süd- und Ostlastigkeit der Bundesförderung spottet inzwischen jeder Beschreibung.“

Gerade Lüdenscheid habe sich 2009 mit der Unterstützung einer Resolution der Industrie- und Handelskammer für den dreispurigen Ausbau der Sauerlandlinie an die Spitze der Bewegung gesetzt. Seither forderten dies auch die Räte von Meinerzhagen, Kierspe, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde, Herscheid, Schalksmühle, Finnentrop und Kirchhundem. „Daran sieht man, dass alle, ungeachtet ihrer politischen Farben, diesen Ausbau als zwingend ansehen“, sagte Dzewas.

Staus und Verspätungen, Lärm und Abgase – das seien schon heute die Folgen der zu großen Belastung der Autobahn zwischen Hagen und Dortmund. Eine dritte Spur würde erheblich zur Verflüssigung des Verkehrs beitragen, zeigte sich Dieter Dzewas überzeugt. Dieser Effekt werde auch ein erwartetes höheres Fahrzeugaufkommen bei drei Spuren deutlich überwiegen.

Lüdenscheid sei ein wichtiger Teil der prosperierenden Wirtschaftsregion Südwestfalen, laut Dzewas „eine der interessantesten Regionen in Nordrhein-Westfalen. Und wenn man weiß, was es der Ausdruck ,just in time’ für unsere produzierenden Unternehmen heißt, dann ist die Rückstufung des A-45-Ausbaus überhaupt nicht mehr zu verstehen.“

Mit „just in time“ ist die pünktliche Anlieferung von hier gefertigten Teilen in den großen Werken etwa der Automobilindustrie gemeint, die heute keine Lagerhaltung mehr kennen. Gerade für die starke heimische Zulieferindustrie seien verlässliche Verkehrsverbindungen von daher ein Muss, meint Dzewas.

„Ich erwarte jetzt vollen Einsatz von unseren heimischen Bundestagsabgeordneten, insbesondere von denen, die den Regierungsparteien in Berlin angehören“, forderte der Bürgermeister – wobei auch der Lüdenscheider CDU-Parlamentarier Dr. Matthias Heider offenbar schon in Sachen Ausbau unterwegs sei. Matthias Heider ist im Bundestag bekanntlich ordentliches Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie.

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