800-km-Pilgerreise für Lebenshilfe

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Rolf-Dieter Wöhlke bereitet gerade seine 43-tägige Pilgerreise vor. Er möchte nicht nur zu sich selbst finden, sondern auch der Lebenshilfe-Tagesbetreuung Gutes tun.

Lüdenscheid - Wenn Rolf-Dieter Wöhlke am 18. August zu seiner 43-tägigen Pilgerreise auf dem Jakobsweg aufbricht, möchte er einerseits etwas für sich tun - den Zugang zu sich selbst und spirituelle Begegnungen finden, andererseits möchte er auch etwas Gutes für andere tun. Im Rahmen eines Sponsoring sucht Wöhlke nun Menschen, Firmen oder Institutionen, die für jeden von ihm gelaufenen Kilometer eine Summe an die Lebenshilfe spenden.

Zudem hat er sich mit dem Herscheider Prints-Verlag in Verbindung gesetzt, der für 2016 einen Taschenkalender in limitierter Auflage mit Fotos und seinen Erfahrungen, die er auf dem Jakobsweg gesammelt hat, erstellt. Besinnliches und Amüsantes will Wöhlke darin offenbaren. Diese Kalender sollen zum Preis von 9.95 Euro zugunsten der Lebenshilfe verkauft werden. Vorbestellt werden können die Kalender unter woehlke51@gmail.com.

Als Rolf-Dieter Wöhlke das Buch von Hape Kerkeling über seine Reise auf dem Jakobsweg in die Hände fiel, packte den heute 63-Jährigen, der bis dato wahrlich kein Bücherwurm war, die Leselust. „Ich habe das Buch regelrecht verschlungen“, erinnert sich der ehemalige Düsseldorfer, der vor vier Jahren Lüdenscheid zu seiner Wahl-Heimat machte. „Dieses Buch hat etwas in mir ausgelöst, was man wohl als Jakobsfieber diagnostizieren kann“, lacht Wöhlke.

800 Kilometer auf dem Camino Frances

Nachdem mit seinem vorgezogenen Ruhestand, einer neuen Partnerschaft und einem Wohnungswechsel ein neuer Lebensabschnitt für ihn begann, lebte nun sein Wusch, den Jakobsweg zu gehen, wieder auf. So pilgerte er 2013 erst einmal in zwölf Tagen den niederländischen Jakobsweg von Millingen nach Sittart. Doch wenn er im August aufbricht, geht es nicht um 200, sondern um 800 Kilometer auf dem Camino Frances von St. Jean-Pied-de-Port (Heiliger Johann am Fuß des Passes) nach Santiago di Compostela. Die Flüge sind gebucht und Rolf-Dieter Wöhlke macht sich Gedanken, wie er seine Pilgerreise gestaltet, um sein Ziel zu erreichen. Er sucht nicht das Abenteuer, das Outdoor-Erlebnis. „Ich suche wohl eher den Zugang zu mir selbst“, vermutet der rüstige Rentner. War es Neugier, Wissensdurst oder die Suche nach Spiritualität, die ihn seine Reise planen ließen? „Nachdem ich das Buch von Hape Kerkeling gelesen habe, ist in mir förmlich diese Sehnsucht gewachsen, diesen Weg zu gehen. Natürlich könnte ich auch anderswo wandern, wenn es mir nur um Stille und Selbstfindung gehen würde. Aber Aussagen wie ‘Der Jakobsweg schenkt einem genau das, was man benötigt, nicht das, was man möchte’ oder ‘Es soll niemand glauben, dass er so nach Hause kommt, wie er aufgebrochen ist, diesen Weg zu gehen’ machen mich neugierig. Man ist den ganzen Tag im Freien, dem Wind, Wetter und der Landschaft ausgesetzt, ohne den gewohnten Komfort. Ich glaube, dass gerade in der Eingeschränktheit die große Chance besteht, diesen Weg mit der Natur und Spiritualität zu erleben.“

Ehrenamtlicher Betreuer der Besucher

Rolf-Dieter Wöhlke ist der Lebenshilfe sehr verbunden. Durch seinen Bundesfreiwilligendienst an der „Schule an der Höh“, bei dem er die Förderschüler 18 Monate begleiten durfte, hat er diese schätzen gelernt. Seit vielen Monaten betreut er nun regelmäßig ehrenamtlich die Besucher der Tagesbetreuung der Lebenshilfe, arbeitet mit den behinderten Menschen in der Holzwerksatt. „ So wie in vielen anderen Organisationen mit sozialem Hintergrund ist Geld immer ein Thema, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten. Insofern hoffe ich, dass durch meine Reise auf dem Jakobsweg ein stattlicher Betrag für die Tagesbetreuung zustande kommt.“ - Von Christina Grégoire

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