75 Impfdosen unter Federführung des Caritasverbandes

Große Impfaktion im AJZ

75 wohnungslose Menschen ließen sich im Alternativen Jugendzentrum an der Altenaer Straße impfen.
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Rund 75 wohnungslose Menschen ließen sich im Alternativen Jugendzentrum an der Altenaer Straße impfen.

Es sollte ein Angebot für Menschen sein, die oft abseits der Gesellschaft stehen: Am Freitag stand im Alternativen Jugendzentrum (AJZ) an der Altenaer Straße unter Federführung des Caritasverbands im Dekanat Altena-Lüdenscheid eine Corona-Impfaktion für wohnungslose Bürger an. Rund 75 Dosen standen zur Verfügung.

Lüdenscheid – Caritas-Vorstand Stefan Hesse, der den Ablauf des Nachmittags mit seinem Kollegen Daniel Intile koordinierte, konnte bereits zum Auftakt der Offerte absehen: „Wir haben genügend Interessenten und können alle Dosen verimpfen.“ Erleichternd dabei für die Caritas: Sie konnte bei ihrem Einsatz auf die Strukturen und vor allem auf die ehrenamtlichen Kräfte des Hilfsprojekts „Alles. Und Suppe“ zählen. Zur Erinnerung: Das Team von „Alles. Und Suppe“ hatte angesichts der Virus-Pandemie im Dezember 2020 im AJZ eine coronakonforme Aufenthaltsmöglichkeit für Obdachlose geschaffen. Auch eine warme Mahlzeit erhielten die Menschen dort. Gleich eine Reihe sozialer Gruppen in der Stadt stützte das Projekt, das heute endet. Doch zunächst zur Impfaktion.

Die war laut Stefan Hesse deshalb wichtig, weil viele Obdachlose mit einem Besuch im Impfzentrum überfordert seien und häufig auch keinen Hausarzt hätten: „Vor diesem Hintergrund wollten wir ein niederschwelliges Angebot machen und haben die Betroffenen darüber im Vorfeld auch gezielt informiert. Ich bin froh, dass wir diese Möglichkeit hatten.“ Vor dem Jugendzentrum wartete dann auch schon gleich zu Beginn der Aktion eine Reihe Impfwilliger unterschiedlicher Altersstufen.

Verimpft wird Johnson & Johnson

Der Lüdenscheider Mediziner Dr. Michael Geim nahm die Impfungen in den AJZ-Räumen vor. Er verabreichte dabei den Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine einmalige Impfung als ausreichend gilt. Unmittelbar nach der Impfung wurde ein gelber Impfpass ausgefüllt und an den jeweiligen Impfling ausgehändigt. Bei den 75 Impfdosen, weiß Hesse, handele es sich um Extra-Rationen, die der Staat eigens für Menschen in sozialen Problemlagen ausgibt.

148 Tage für „Alles. Und Suppe“

Und noch ein Wort zu „Alles. Und Suppe“. An dem sechsmonatigen Hilfsprojekt im AJZ waren mehrere Gruppen und Organisationen beteiligt. So der Verein Willi & Söhne, die Hardcore Help Foundation, die Lüdenscheider Tafel, heimische Gastwirte, der Glücksbringer-Verein, der Obdachlosen-Freundeskreis und die Caritas-Wohnungslosenhilfe. Unterstützung kam auch von der Stadtverwaltung. Die 70 haupt- und ehrenamtlichen Helfer leisteten an 148 Öffnungstagen mehrere Tausend Stunden Vorbereitungs- und Thekendienst. Knapp 800 Stunden lang wärmten sich Wohnungslose im AJZ auf. Es wurden insgesamt circa 8000 Essensportionen ausgegeben. Sebastian Schmidt

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