500-Euro-Scheine im Alltag nur selten gefragt

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Die klassische Stückelung in den Geldautomaten reicht vom 5-Euro-Schein bis zum 50er.

Lüdenscheid - Der violettfarbene 500-Euro-Schein könnte möglicherweise bald ausgedient haben. Eine finale Entscheidung steht zwar noch aus, doch der Rat der Europäischen Zentralbank habe sich bereits grundsätzlich darauf verständigt, hieß es jüngst in der Presse.

So hoffe man durch die Abschaffung nicht zuletzt darauf, die Kriminalität und Geldwäsche einzudämmen. Während der „große“ Schein an vielen Tankstellen bereits unerwünscht ist, wird er in bestimmten Branchen im Einzelhandel ab und zu noch gesehen. Und wie sieht die Nachfrage bei den Lüdenscheidern aus?

„Nach unserer Wahrnehmung gibt es bei den Kunden keinen Bedarf nach 500-Euro-Scheinen“, sagt Lavinia Heße, Direktorin des Vertriebsmanagements der Volksbank Märkischer Kreis. Aber es gebe Ausnahmen bei größeren Bargeldabholungen im vier- oder auch fünfstelligen Bereich, beispielsweise für Autokäufe. „Die klassische Stückelung in unseren Geldautomaten reicht von 5- bis 50-Euro-Scheinen“, so Lavinia Heße. Für das klassische Tagesgeschäft seien größere Scheine nicht notwendig. „Die 500er sind eher die Ausnahme. Kleinere Stückelungen sind insgesamt einfach beliebter.“

„In unserer Hauptstelle gehört der 500er Schein zum Tagesgeschäft und ist somit immer vorrätig. In unseren anderen Filialen müsste er bestellt werden“, erklärt Thomas Meermann, Sprecher der Sparkasse Lüdenscheid, und verweist auf das klassische Beispiel des Gebrauchtwagengeschäfts. Interessanterweise werde bei einer größeren Summe eher der 500er- als der 200er-Schein von Kunden verlangt. Wie auch bei der Volksbank seien die Sparkassen-Geldautomaten ausschließlich mit den kleineren Scheinen – vom 5er bis zum 50er – bestückt.

Im „Goldschmiedehaus Nr. 19“ an der Wilhelmstraße seien große Banknoten eher die Seltenheit. „Kleinere Beträge werden in der Regel bar bezahlt, aber viele Kunden nutzen die Kartenzahlung“, weiß Susanne Schlüter. Natürlich käme es vereinzelt vor, dass jemand mit einem 500er komme, doch das sei eher die Ausnahme. Auch beim Goldankauf gehe man bei größeren Beträgen den sicheren Weg. „Das läuft dann über die Überweisung, weil es sonst einfach zu riskant wäre.“ Und auch im Modehaus „Strodel & Jäger“ weiß man um die Seltenheit des 500ers als Zahlungsmittel. Auch dort zahle die Mehrheit der Kunden mittlerweile mit EC-Karte.

Großen Banknoten nehmen die Mitarbeiter der bft-Station D’Addario in der Rahmede gar nicht entgegen. „Wir haben nicht so viel Geld in der Kasse, um genügend Wechselgeld auszugeben.“ Bis zu 100 Euro seien alle Scheine in Ordnung. „Wenn jetzt ein Kunde für 110 Euro tanken würde, nehmen wir auch einen 200-Euro-Schein.“ Aber das sei die Ausnahme. „So große Scheine sind auch einfach zu unsicher.“ Man wisse nicht, ob es vielleicht auch mal Falschgeld sei. - kes/sar

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