4207 Frauen und Männer in Lüdenscheid ohne Arbeit

LÜDENSCHEID – „Der Frühling ist bei uns angekommen.“ Reinhard Korte, Chef der Geschäftsstelle der Bundesagentur für Arbeit in Lüdenscheid, freut sich einerseits über einen leichten Rückgang der Arbeitslosenquote in der Kreisstadt. Andererseits muss er wieder eine Zehn vor dem Komma hinnehmen. Im März lag die Quote bei 10,4 Prozent, im Februar waren es noch 10,6. Aktuell sind in Lüdenscheid 4207 Frauen und Männer ohne Beschäftigung, 77 weniger als im Vormonat.

Wachsende Probleme sieht Korte nach wie vor für die Gruppen der Arbeitslosen bis 25 und ab 50 Jahren sowie die Schwerbehinderten. Vor allem Ausländer unter den Arbeitslosen haben es schwer, Jobs zu finden. Proportional stellen sie die meisten ungelernten Kräfte. Im Zuständigkeitsbereich des Lüdenscheider Arbeitsamtes – also inklusive Halver und Schalksmühle – ist die Quote der erwerbslosen Ausländer zwar ebenfalls leicht gesunken, liegt aber mit aktuell 16,6 Prozent vergleichsweise hoch. Von den 55- bis 65-Jährigen sind 9,0 Prozent ohne Job, Tendenz steigend, von den 15- bis 25-Jährigen 9,7 Prozent, Tendenz fallend.

Mit einer Arbeitslosenquote von 10,4 Prozent liegt Lüdenscheid im Vergleich zwischen den größten Städten des Kreises besser als Iserlohn (10,5 Prozent), aber deutlich schlechter als Hemer (9,1) oder Menden (7,8). Die Quote im gesamten Märkischen Kreis ist im März von 9,2 auf 9,0 Prozent gesunken.

Als „absolut richtig“ bezeichnete Reinhard Korte die Entscheidung, den Betrieben eine 18-monatige Kurzarbeitsphase zu ermöglichen. Davon haben im Januar ’09 kreisweit zunächst 277 Unternehmen Gebrauch gemacht, im Juni 1021 und im Dezember 766. Im Sommer des vergangenen Jahres waren fast 26 000 Beschäftigte in Kurzarbeit, „also jeder Fünfte“, so Korte. Gleichzeitig nutzten nach wie vor viele Betriebe das Instrument Zeitarbeit, um flexibel auf Schwankungen reagieren zu können.

Um die Lage der Ungelernten und derjenigen zu verbessern, die lange nicht in ihrem erlernten Beruf gearbeitet haben, investiert die Bundesagentur im Kreis zwei Millionen Euro. Damit sollen bis zu 600 Personen an Umschulungen teilnehmen.

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