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3G-Regel in der Gastro: Ordnungsamt im MK kontrolliert am Tisch

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Von: Leon Malte Cilsik

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Ordnungsamt Lüdenscheid
Seit Ende August kontrolliert das Ordnungsamt die Einhaltung der 3G-Regeln bei Veranstaltungen und Aktivitäten in Innenräumen. Fehlt der entsprechender entsprechende Nachweis, nehmen die Beamten die Personalien auf und versenden Anhörungsbögen. © Cedric Nougrigat

Die Ordnungsämter kontrollieren in zunehmender Häufigkeit die Einhaltung der 3G-Regel. 15 Verstöße in Lüdenscheid wurden bereits aktenkundig.

Lüdenscheid – Knöllchen für Ruhestörungen und illegale Müllentsorgung – damit beschäftigt sich das Ordnungsamt normalerweise. Durch 3G kontrollieren die Beamten in zuletzt zunehmender Häufigkeit auch Ausweise und ahnden Verstöße gegen die Corona-Regeln. Bisher gibt es 15 aktenkundige Fälle in Lüdenscheid – Tendenz steigend. Nicht wenigen stoßen die Kontrollen in ihrer Freizeit mittlerweile sauer auf.

Denn jeder kann unverhofft, sei es beim Essen, Sport oder Einkaufen, in eine solche Kontrolle geraten – und ein Bußgeld von 250 Euro aufgebrummt bekommen. „Nach einer anfänglichen Schonfrist kontrolliert das Lüdenscheider Ordnungsamt seit Ende August die Einhaltung der 3-G-Regeln unter anderem in Gastronomiebetrieben, Fitnessstudios, Baumärkten und dem Einzelhandel. Täglich sind dafür zwei Streifen in Vollzeit im Einsatz“, erklärt Marit Schulte-Zakotnik, Pressesprecherin der Stadt Lüdenscheid. Xu, Teil der Inhaberfamilie von Tokyo Sushi & Grill im Medivitalcenter, beschreibt, wie die Gäste dort um einen Nachweis gebeten werden, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind: „Die Beamten kontrollieren uns mehrmals die Woche. Sie kommen rein, melden sich bei den Inhabern an und bitten die Kunden und Mitarbeiter dann direkt am Tisch darum, ihre Impf- oder Testnachweise zu zeigen.“

Auch wenn sie sich dabei Mühe um Diskretion geben, fühlen sich viele Kunden davon gestört, wie Filippos Parlakoglu vom Bierprojekt auf dem Rathausplatz sagt: „Die Leute möchten ihre Freizeit genießen und nicht nach zwei, drei Bier in Kontakt mit dem Ordnungsamt kommen. Besonders nicht hier in Lüdenscheid, wo jeder jeden kennt.“ Er und sein Team hätten schon häufiger mitbekommen, wie sich die Kunden nach Verschwinden des Ordnungsamtes darüber ausgelassen haben. In seinem Bierprojekt geht er dabei kein Risiko ein. Parlakoglu hat extra einen Sicherheitsdienst damit beauftragt, die 3-G-Regeln am Eingang zu kontrollieren.

Eine Maßnahme, die sich finanziell für ihn lohnen könnte. „Wenn die Streifen Verstöße feststellen, nehmen sie die Personendaten auf und versenden einen Anhörungsbogen. Erfolgt dann immer noch kein Nachweis für 3-G, sieht der Bußgeldkatalog NRW für den Gast eine Strafe von 250 Euro und für den Betreiber von 500 Euro vor“, sagt Schulte-Zakotnik. Auch über die Strategie des Ordnungsamts gibt sie weitere Auskunft. So folgen die Streifen bei ihren Kontrollen Wochenplänen, die Schwerpunkte für einzelne Tage vorsehen. Die Gastronomie werde beispielsweise am Wochenende öfter kontrolliert.

Bisher wurden in Lüdenscheid noch keine Bußgelder verhängt. Allerdings läuft die Bearbeitung von 15 dokumentierten Verstößen. Die Tendenz ist steigend, da zuletzt noch mehr kontrolliert wurde. Ob und wenn wie viele Anhörungsbögen bald versendet werden, bleibt damit aber noch offen.

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