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3G in Bussen: MVG setzt für Kontrollen privaten Wachdienst ein

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Von: Leon Malte Cilsik

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EC-Kartenlesegerät im Bus der MVG
Nicht einmal mehr tippen müssen die Fahrgäste beim Bezahlen – insofern ihre Karte dazu fähig ist. © Cedric Nougrigat

Viele Verkehrsunternehmen erwarten Komplikationen bei der 3G-Kontrolle. Daher bemüht sich auch der MVG um alternative Lösungen.

Märkischer Kreis – Neben dem Fahrticket ist ab Mittwoch in öffentlichen Verkehrsmitteln auch ein 3G-Nachweis Pflicht. Änderungen des Infektionsschutzgesetzes machen diesen ebenfalls notwendig. Doch die Verkehrsunternehmen seien bei der Umsetzung der Maßnahmen limitiert: Meistens könnten sie weder Bußgelder verhängen, noch die Kontrollen personell stemmen. Derartiges verkündet auch Jochen Sulies, Pressesprecher der MVG – und hat auch noch eine Ankündigung für das zukünftige Bezahlen in den Bussen des Verkehrsunternehmens.

„Unternehmensintern ist die Umsetzung von 3G am Arbeitsplatz für uns kein Problem. Dass unsere Fahrausweisprüfer aber alleine die 3G-Nachweise der Fahrgäste kontrollieren sollen, ist undenkbar. Es besteht ein viel zu hohes Eskalationspotenzial.“ Denn ohne Nachweis oder Attest dürfe zukünftig niemand außer Kindern mehr einsteigen. Selbsttests werden nicht akzeptiert – da seien Konflikte vorprogrammiert. Daher plane die MVG auf drei Akteursebenen: „Die Fahrausweisprüfer werden mit der Unterstützung eines privaten Wachdienstes ab Mittwoch stichprobenartig 3G kontrollieren. Im Laufe der Woche bekommen wir dann hoffentlich auch Unterstützung von der Polizei und den Ordnungsämtern.“

Die Gespräche liefen noch, die MVG habe aber bereits Hilfe von der Polizei zugesagt bekommen. Von den Ordnungsämtern würden hingegen noch einige Rückmeldungen fehlen. Kontrollieren möchte die MVG vermehrt an „aufkommensstarken Haltestellen“. „Es wäre die optimale Lösung, da wir sonst nicht einmal Bußgelder verhängen könnten“, sagt Sulies. Eine Prognose, wie lange die Kontrollen durchgeführt werden, kann er nicht geben, das sei „reine Spekulation“.

Zahlen wie im Supermarkt

Ebenfalls neu sind in den Linien der MVG die im Einzelhandel und an Tankstellen üblichen EC-Lesegeräte, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Bereits ab Donnerstag, 25. November, können die Kunden in den Linien 1 in Iserlohn und 41 in Lüdenscheid „schnell und kontaktlos bezahlen“. In den nächsten Monaten erfolge die Ausrüstung der Busse für alle Linien der MVG. „Sobald ein Lesegerät vorhanden ist, kann man es natürlich auch benutzen“, betont Sulies. Auch die Linienbusse der MVG-Auftragnehmer würden sukzessive für das kontaktlose und bargeldlose Bezahlen ausgerüstet.

Neben den üblichen Kredit- oder Debitkarten funktionieren auch geeignete Smartphones und Smart-Watches, die diese Technik beherrschen.

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