335 000 Euro für neue Schulbücher

Damit es gut läuft in der Schule, werden viele neue Schulbücher angeschafft.

LÜDENSCHEID ▪ Von der ABC-Fibel bis zum Gallischen Krieg: In wenigen Tagen treffen wieder die Schulbücher ein, die das Lüdenscheider Schulverwaltungsamt für alle Grund-, Haupt,- Real- und Förderschulen, die Gesamtschule und die drei Gymnasien bestellt hat. Damit endet zugleich der Auftrag für die beiden ausführenden Unternehmen: Vor drei Jahren hatte die Stadt die Schulbuch-Bestellung europaweit ausgeschrieben – und dieser Schritt steht gegen Ende dieses Jahres erneut an.

Wie Amtsleiter Reinhard Merkschien erklärte, ist das notwendig, weil die Gesamtsumme für die Bücher mit mehreren hunderttausend Euro deutlich über der Grenze liegt, ab der diese Ausschreibung aus Wettbewerbsgründen erfolgen muss.

Damit dürften im Winter wieder Dutzende von Angeboten im Lüdenscheider Rathaus eingehen, die sich allesamt bis aufs Haar gleichen. Denn: „Wegen der Buchpreisbindung haben die Werke alle denselben Preis, unabhängig vom Anbieter“, sagte Merkschien auf LN-Anfrage.

Und: Weil außerdem eine Höchstgrenze für Rabatte bei Bestellungen oberhalb von 50 000 Euro gilt, die bei 15 Prozent liegt, gibt es für die potenziellen Lieferanten keine Möglichkeit, ihre Angebote günstiger zu machen als die der Konkurrenz. Vor drei Jahren lagen der Stadt deshalb rund 80 gleichlautende Angebote vor, erinnert sich der Amtschef. Deshalb mussten die beiden Lieferanten für den gesplitteten Auftrag, die beide nicht aus Lüdenscheid kommen, ausgelost werden.

Dieses aufwändige Ausschreibungs- und Losverfahren steht nun wieder an. Die Stadt will deshalb die Intervalle zwischen den Ausschreibungen noch weiter strecken – diesmal, falls möglich, auf vier Jahre. Dass es angesichts der identischen Angebote überhaupt eine Ausschreibung geben muss, rührt nach Angaben von Stadtkämmerer Karl Heinz Blasweiler daher, dass nur auf diese Weise eine Gleichbehandlung aller Bewerber zu gewährleisten ist. Die Lüdenscheider Schulverwaltung will denn auch laut Merkschien wieder einen Mitarbeiter aus dem Rechts- und Ordnungsamt als „Glücksfee“ an die Lostrommel holen – so hatte man es auch vor drei Jahren gehalten.

Insgesamt beläuft sich die Auftragssumme für die Ausstattung der Schulen mit den erforderlichen Büchern auf 335 000 Euro, die wie folgt verteilt sind: Grundschulen (54 000 Euro), Hauptschule (42 000), Realschulen 58 000), Gymnasien (116 000 Euro). Dabei spielen natürlich auch die jeweiligen Schülerzahlen eine Rolle. Zwei Drittel der Kosten übernimmt die Stadt, ein Drittel müssen die Eltern aufbringen.

Bis der Zwang zur europaweiten Ausschreibung eingeführt wurde, konnten Städte heimische Buchhandlungen über diese Aufträge fördern. Damit ist längst Schluss. Wenn sie sich heute bewerben, haben sie in der amtlichen Lostrommel exakt die gleiche Chance wie auswärtige Anbieter.

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