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2G-Sonderbereiche: Lüdenscheider Unternehmen wie Bayer und Eon

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Von: Thomas Machatzke

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Lüdenscheider Firma vor wildem Himmel
2G-Sonderbereiche in Firmen? Bei Hotset seit einer Woche gelebte Praxis. © Cedric Nougrigat

Auch in Lüdenscheid reagiert ein erstes Unternehmen auf die steigenden Inzidenzen und richtet fürs Arbeitsleben 2G-Sonderbereiche ein.

Lüdenscheid – 2G-Sonderbereiche im Arbeitsleben? Das gibt’s nicht nur bei Großunternehmen wie Bayer, Eon, Alltours oder der Krombacher-Brauerei. Auch im Lüdenscheider Mittelstand ist 2G angekommen: Die Hotset GmbH an der Hueckstraße setzt seit einer Woche auf 2G-Bereiche im Unternehmen, allerdings – anders als zum Beispiel beim Chemiekonzern Bayer – nicht im Kantinenbereich.

„Da, wo wir es wissen, dass in diesen Bereichen nur Geimpfte oder Genesene arbeiten, haben wir sie als 2G-Sonderbereiche identifiziert“, sagt Hotset-Geschäftsführer Ralf Schwarzkopf, „die entsprechenden Mitarbeiter müssen dann auch ihren 2G-Ausweis sichtbar tragen. In diesen Bereichen darf man sich dann ohne Maske bewegen.“

In Schwarzkopfs Umfeld der Geschäftsleitung mit Assistenz und Assistentin, aber auch Controlling und Buchhaltung ist die 2G-Regelung zum Beispiel umgesetzt. Ein kompletter Trakt. „Die Mitarbeiter sind happy, dass sie hier keine Maske mehr tragen müssen. Manche haben Allergien und sehen dann aus wie ein Streuselkuchen, wenn sie länger die Maske tragen müssen. Sie nehmen das erleichtert zur Kenntnis“, sagt Schwarzkopf, „es ist für sie ein Stück zurück zur Normalität. Auch wenn nun alle Bereichsleiter zusammensitzen und wir wissen, dass alle am Tisch geimpft ist, wird es als Erleichterung empfunden, wenn man bei Besprechungen keinen Mundschutz mehr tragen muss.“

2G-Sonderbereiche: Lüdenscheider Unternehmen wie Bayer und Eon

Aber es gibt es eben auch die andere Seite: 15 bis 20 Mitarbeiter bei Hotset sind dieser Tage weder geimpft noch genesen. Sie goutieren eine solche Regelung, die den Impfdruck noch einmal erhöht, nicht. „Natürlich gibt es da unterschiedliche Stimmungen“, sagt der stellvertretende Landrat und Landtagskandidat der Christdemokraten, „es ist schwierig, diejenigen, die sich nicht impfen lassen, zu überzeugen. Aber wir haben zum Beispiel ganz bewusst und anders als größere Firmen wie zum Beispiel Bayer auf 2G-Bereiche in der Kantine verzichtet. Das wäre dann schon sehr schwierig, wenn Ungeimpfte da nicht mehr hineindürften.“

Schwarzkopf ist überzeugt davon, dass Impfen der richtige Weg ist. Aber wenn jemand sich nicht überzeugen lassen will, wenn er Bedenken hat, die er vielleicht nicht teilen würde, dann schickt er die Mitarbeiter im Zweifel zum AMZ (Arbeitsmedizinisches Zentrum), damit dort Ärzte Sorgen entkräften und Ängste nehmen können. „Ich kann Heizpatronen, aber ich kann keine Impfungen“, sagt Schwarzkopf und überlässt dieses Feld dann doch lieber der Medizin.

Ich glaube, dass das Risiko einer Impfung klein ist gegenüber der Gefahr, schwer zu erkranken, wenn man sich infiziert. Aber letztlich muss das jeder selbst für sich überlegen.

Ralf Schwarzkopf (Hotset-Geschäftsführer)

Aber so viel dann doch: „Man sollte niemanden drängen. Wenn jemand sagt, dass er Angst habe, dann muss das gelten lassen“, sagt Schwarzkopf, „jeder geht mit seiner Angst anders um. Wie viele Risiken geht man ein, wenn man aus dem Haus geht? Ich glaube, dass das Risiko einer Impfung klein ist gegenüber der Gefahr, schwer zu erkranken, wenn man sich infiziert. Aber letztlich muss das jeder selbst für sich überlegen.“

Dass 2G-Regelungen immer mehr kommen werden in vielen Bereichen des Lebens, davon ist Ralf Schwarzkopf überzeugt, denn nur so könne es am Ende eine höhere Impfquote geben. Er erzählt dann noch die Geschichte von einem jungen Mitarbeiter, den er von der Impfung habe überzeugen wollen. Wortreich, aber lange erfolglos. Dann aber habe sich der junge Mann doch impfen lassen. Einsicht? „Nein“, sagt Schwarzkopf, „er wollte weiter ins Fitnessstudio gehen können…“

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