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2G auf dem Weihnachtsmarkt: Händler auf Sternplatz in Lüdenscheid erleichtert

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Von: Olaf Moos

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Kai Funke in seinem Weihnachtsmarkt-Stand in Lüdenscheid
Weihnachtsmarkt-Händler Kai Funke und seine Kollegen bangten bis zum späten Nachmittag um den Betrieb auf dem Sternplatz. Gegen 17.30 Uhr kam die erlösende Nachricht aus dem Rathaus: Der Markt darf – wenn auch eingeschränkt und unter strikten Regeln – stattfinden. © Olaf Moos

Es war eine echte Zitterpartie für die Händler auf dem Lüdenscheider Weihnachtsmarkt.

Lüdenscheid - Angesichts steigender Infektionsraten und kompletter Absagen – aktuell zum Beispiel in Halver oder in der Lüdenscheider Altstadt – regierte in der Budenstadt auf dem Sternplatz am Montag das Prinzip Hoffnung. Doch am späten Nachmittag entschied der städtische Krisenstab nach langer Sitzung: Der Lüdenscheider Weihnachtsmarkt darf stattfinden, wenn auch stark eingeschränkt und unter strengen Regeln.

So werden die Innenräume der Glühweinkneipen in den nächsten Wochen für Besucher gesperrt sein. Marktbetreiber Alexander Langhoff sagt: „Dafür haben wir die Kapazitäten im Außenbereich erhöht.“ Auch das geplante Programm in der Weihnachtsalm ist abgesagt, teilt der Geschäftsführer des Lüdenscheider Stadtmarketings (LSM), André Westermann, mit.

Elfriede Isken Thomas Jacob auf dem Weihnachtsmarkt Lüdenscheid
Wenn auch der Innenraum ihres Glühweinstandes gesperrt bleibt, sind Elfriede Isken und Thomas Jacob heilfroh, dass der Weihnachtsmarkt in Lüdenscheid überhaupt stattfinden darf. © Olaf Moos

Noch liegt die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW den Verantwortlichen zwar nicht vor. Doch die Organisatoren des adventlichen Treibens in der Innenstadt haben ihr Angebot nach Worten von Stadtpressesprecherin Marit Schulte-Zakotnik „bereits an die zu erwartende 2G-Regelung angepasst“.

Das heißt: Nur nachweislich Geimpfte und Genesene dürfen die Angebote des Marktes wahrnehmen. Zwar ist das Gelände für alle Passanten frei zugänglich. „Allerdings werden die Nachweise von den Anbietern an den Ständen kontrolliert. Nach der Überprüfung an einem Stand erhalten die Besucherinnen und Besucher bei Bedarf ein Bändchen, um spätere Kontrollen zu erleichtern“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus Wer ohne 2G-Nachweis einen Stand besucht, werde dort nicht bedient. Die Regeln sollen so lange gelten, bis in den nächsten Tagen eine neue Coronaschutzverordnung in Kraft tritt. „Gegebenenfalls müssen die Regelungen danach angepasst werden.“

Zwei von fünf Weihnachtsmärkten in Lüdenscheid abgesagt

Trotz aller coronabedingten Unsicherheiten hoffen die Standbetreiber auf Stern- und Rathausplatz auf viele Besucher und gute Geschäfte. Die kleine Budenstadt ist von montags bis freitags, 10 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 21 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Weihnachtsmarkt der Guten Taten rund um die Erlöserkirche findet am 27. November, 10 bis 17 Uhr, statt, der Adventsmarkt am Schloss Neuenhof am 11. Dezember, 10 bis 18 Uhr, und 12. Dezember, 11 bis 18 Uhr. Der Historische Weihnachtsmarkt in der Altstadt sowie das Weihnachtsdorf am Klinikum Hellersen sind abgesagt.

Den Weihnachtsmarkt zu umzäunen und am Ein- und Ausgang 2G zu kontrollieren, kam laut Alexander Langhoff nicht in Betracht. „Das ist ein Durchgangsweg, eine Umzäunung ist nicht möglich.“

Die Armbändchen sind nach Kontrollen durch das Personal an jedem Stand zu bekommen. Wer bei einem Anbieter den 2G-Nachweis erbracht hat, darf an jedem anderen Stand einkaufen oder Leckereien verzehren. Die Nachweispflicht gilt auch für Eltern, die vor dem Karussell stehen und auf ihre Kinder warten. Ausnahmen gelten auf dem ganzen Weihnachtsmarkt ausschließlich für unter 18-Jährige, Schwangere und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden und dies mit einer ärztlichen Bescheinigung belegen können.

Obwohl die Händler ihren Geschäften nachgehen dürfen, werden vereinzelt Frust und Kritik hörbar. Grillmeister Daniel Ilcev sagt: „Es wäre super, wenn das alle Händler überall machen würden – und nicht nur wir auf dem Weihnachtsmarkt.“ So müsse er seine Gäste kontrollieren, „aber die Kollegen mittwochs und samstags auf dem Wochenmarkt, ein paar Meter entfernt, müssen das nicht“.

Jasmina und Daniel Ilcev auf dem Weihnachtsmarkt Lüdenscheid
Jasmina und Daniel Ilcev finden, alle Markthändler sollten die 2G-Regel einhalten, auch die Kollegen vom Wochenmarkt. © Olaf Moos

Der Werdohler Standbetreiber Kai Funke, inzwischen eine Institution in der Budenstadt auf dem Sternplatz, bangte bis zum Nachmittag um seine Existenz. „Jetzt geht es nur noch darum, zu machen oder zuzumachen.“ Er habe sich seit Ausbruch der Pandemie mit einem zweiten Job über Wasser halten müssen. „Wenn jetzt eine Absage kommt, bin ich endgültig ruiniert.“

So weit kam es nicht. Der Lüdenscheider Weihnachtsmarkt auf dem Sternplatz läuft – wenn auch auf Schmalspur, mit 17 statt 24 Ständen, ganz ohne Kneipenflair und ohne Veranstaltungsprogramm.

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