20 Millionen Euro: Plate investiert in Standort

Die neue Halle wird auch die neue Anlage aufnehmen. Im Vordergrund liegt Ausgangsmaterial. Rund 25 000 Stahl verarbeitet Plate im Jahr zu Wälzlagern für den Maschinenbau.

Lüdenscheid  - Es ist die größte Investition der langen Firmengeschichte, doch deshalb hebt man im Versetal nicht ab. 13 Millionen Euro steckt Platestahl in eine neue Ringwalzanlage. Zusammen mit dem Neubau zweier Hallen sind es schon 20 Millionen Euro, die Plate in den Standort investiert.

2000 statt bisher 1000 Tonnen Presskraft liefert das Gerät, das 2016 in der neuen Halle an die Arbeit geht. Ringe bis zu 300 Kilogramm werden dann gefertigt. Vokabeln wie Marktführer oder Hidden Champion vermeidet Geschäftsführer Stefan Heimöller ganz bewusst, obwohl man bei Plate schon ein bisschen stolz darauf ist, mit dem großen Konzernen der Branche in einer Liga zu spielen. Schmieden wie Plate kann in Europa nur Thyssen und ein Konkurrent aus Schweden.

Wenn die neue Presse kommt, wird man das Dach der Halle öffnen müssen, die eigens für diesen Zweck errichtet wurde, hieß es beim Ortstermin, zu dem auch Bürgermeister Dieter Dzewas kam. Und schon der Hallenbau war ein technisch ambitioniertes Vorhaben. Errichtet wurde sie, während mittendrin im Altbau weiter geschmiedet wurde. „Die alten Anlagen sollten weiter Geld verdienen“, sagt Heimöller. Die Brüninghauser Nachbarschaft profitiert bereits jetzt von der Modernisierung.

Neue Ringwalzanlage bei Platestahl

Dreifach gedämmt und fensterlos, habe sich der Geräuschpegel deutlich gemindert, bestätigt Jens Voß, SPD-Ratsherr aus Brüninghausen. Und auch im energetischen Bereich hat sich etwas getan, denn Energie und Rohmaterial, rund 25 000 Tonnen im Jahr, sind die großen Kostenfaktoren bei Plate. Und so wird die heiße Abluft des Ofens genutzt, um die neue Frischluft vorzuheizen. Bei 1200 Grad Hitze in der Brennkammer kommt die Luft bereits 1000 Grad warm an, bevor sie mit Gas auf die nötige Temperatur gebracht wird.

240 Mitarbeiter stark ist das Familienunternehmen, 50 bis 60 Millionen Euro beträgt der Jahresumsatz. „Und wir haben sichere Arbeitsplätze“, sagt Heimöller mit Blick auf interessierte Azubis. - flo

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