Abi 2013: Viel Nachwuchs für Firmen und Hochschulen

Dr. Stefan Werth

LÜDENSCHEID ▪ Schulintern ist die um ein Jahr verkürzte Gymnasialzeit – Stichwort G-8 – mehr oder weniger problemlos umgesetzt worden, verlautet aus den drei Gymnasien. Jetzt rückt die Zeit immer näher, in der auf einen Schwung 550 Abiturienten auf einen Studien- oder Ausbildungsplatz drängen.

„Diese Ballung wurde an unserem Informationstag zur Studien- und Berufswahl richtig deutlich“, sagte Dr. Stefan Werth, Leiter des Zeppelin-Gymnasiums, am Dienstag in der Rückschau auf die Veranstaltung.

Genau 132 Jugendliche umfasse der G-8-Jahrgang an den Staberger Gymnasien, 191 sind’s im G-9. Allein an Zepp und Geschwister-Scholl-Gymnasium sind es also 323 junge Leute, die sich am Montag einen Überblick über verschiedene Berufssparten verschafften. Das Bergstadt-Gymnasium bietet diese Orientierung über die Methodentage, die ebenfalls bereits stattgefunden haben, wie der stellvertretende Schulleiter, Dieter Utsch mitteilte. „Bei uns sind es in der jetzigen 12 genau 138 Schülerinnen und Schüler, im G-8 sind es 90.“

Für die Firmen sei das ja „eine erfreuliche Nachricht“, meinte Dr. Werth. „Da kommen viele qualifizierte junge Leute auf sie zu.“ Allerdings bestehe doch überwiegend die Tendenz, ein Studium zu beginnen. Dabei habe das Lehramt wieder Konjunktur, auch die klassischen Wirtschaftsfächer Volks- und Betriebswirtschaft seien beliebt. „Das kann ich allerdings nicht statistisch untermauern. Das ist eher eine gefühlte Wahrnehmung“, betont der Schulleiter. „Wir empfehlen aber auch eine Ausbildung oder ein Verbundstudium, das ja renommierte Firmen in Lüdenscheid anbieten.“

Dieter Utsch kann das nur unterstreichen. „Das Verbundstudium hat in den vergangenen zwei, drei Jahren Aufwind bekommen. Dass Lüdenscheid jetzt auch Fachhochschulstandort ist, passt genau in diese Entwicklung. So bieten die Firmen Kostal und Erco zum Beispiel Verbundstudiengänge an.“

Bei den Methodentagen am Bergstadt-Gymnasium fährt die Schulleitung ebenfalls zweigleisig. Einerseits kooperiert das BGL mit der Uni Bochum. Mitarbeiter informieren am Loh über die Angebote im Vorlesungsverzeichnis. Außerdem gibt es eine Exkursion zur Uni. Andererseits läuft in Zusammenarbeit mit der AOK ein Seminar, in dem die Voraussetzungen für eine gute Bewerbung um einen Ausbildungsplatz vermittelt werden.

Dieter Utsch hat bereits ein anderes Problem gesichtet, wenn im nächsten Jahr mehr als 200 Jugendliche am BGL Abi machen: „Wir müssen einen größeren Fahrplan entwickeln, wenn neben dem normalen Schulbetrieb noch die Klausuren geschrieben werden müssen. Da sehe ich noch ein Raumproblem.“

Außerdem glaubt der Pädagoge, dass der bildungspolitische Aspekt der G-8-Reform nicht unbedingt umgesetzt wird. „Die Absolventen sind ja zum großen Teil erst 17 Jahre alt und können sich noch gar nicht selbst immatrikulieren oder Verträge abschließen. Viele werden vielleicht zunächst einmal ein freiwilliges soziales Jahr einlegen.“

Das geringste Problem dürfte sein, dass zwei Abi-Bälle und zwei Zeugnisausgaben organisiert werden müssen, denn dabei überwiegt doch eindeutig der Spaßfaktor.

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