Autobahnmeisterei gerüstet

2000 Tonnen: Salzhalle voll, Winter kann kommen

LÜDENSCHEID ▪ Die Salzhalle ist voll. Die letzten 350 der 2000 Tonnen Streusalz sind eingetroffen. Die Autobahnmeisterei an der Werdohler Landstraße ist für den halben Winter gerüstet. Laut Betriebsleiter Jens Kaminski bringen seine 19 Leute im Räum- und Streudienst rund 4000 Tonnen pro Saison auf die Straße.

Von Olaf Moos

Damit sind Kaminski und seine Männer für Firmen, die auf Lieferungen oder Abtransport über die Autobahn angewiesen sind, wichtige Dienstleister in der heimischen Wirtschaftsregion. „Wenn wir unseren Job nicht vernünftig machen, dann hängt da verdammt viel dran.“

Der Job beginnt in rund 1000 Metern Tiefe, im Salzbergwerk Borth im Kreis Wesel. Von dort aus rollen die Sattelzüge – gestern waren es noch einmal 13 Stück – zur „Bergmeisterei“, wie der Lüdenscheider Betrieb wegen der topographischen Bedingungen in seinem Revier auch genannt wird. Der Verantwortungsbereich umfasst 135 hügelige Kilometer Autobahn: die A 45 zwischen Drolshagen und Schwerte/Ergste und die A 46 zwischen Hagen und Hemer. Auf der Strecke verteilt stehen 13 Wetterstationen, die ständig Daten über Temperaturen, Niederschläge, Taupunkt und Windrichtung zur Meisterei funken.

Was früher mit 27 Männern in drei Schichten bewältigt wurde, müssen nach einer „Strukuroptimierung“ im Landesbetrieb Straßen.NRW nun acht Leute weniger schaffen. Im Notfall werden Kräfte aus heimischen Straßenbaufirmen „dazugekauft“. Mitunter sind Einsatzzeiten von zwölf Stunden ohne Pause pro Mann und Schicht angesagt – „und legal“, wie Kaminski versichert.

Fünf große Lastwagen, ein Unimog und ein Kleinlaster sind rund um die Uhr unterwegs, um die Bahn eis- und schneefrei zu halten. „Wenn man uns lässt“, schränkt der Betriebsleiter ein. Denn während Autofahrer im Notfall Gassen für Polizei- und Rettungsfahrzeuge freiräumen, müssten die Winterdienstler sich oft genug über rücksichtslose „Stehenbleiber“ ärgern. „Wie sollen wir denn räumen, wenn wir nicht durchkommen?“ Abhilfe soll jetzt eine Neuerung schaffen. Kaminski: „Wenn es nötig wird, fahren wir jetzt auch mit Blaulicht und Martinshorn.“

Langfristige Wetterprognosen hört sich der Betriebsleiter gar nicht an. Er weiß nur: Wenn es hart wird, landen täglich 150 Tonnen Streusalz auf der Autobahn. Nachgeordert werden kann jederzeit. Für 70 Euro pro Tonne.

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