[UPDATE 17.40 Uhr] In Falle gelockt:

17-Jähriger greift Polizei mit Armbrust und Machete an

[UPDATE 17.40 Uhr] LÜDENSCHEID - Tragisch hätte der Angriff des 17-jährigen Lüdenscheiders enden können, der am Freitagabend Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und einen Beamten mit einer Machete angegriffen hat. Der Junge sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Nun wird das offensichtlich geplante Vorhaben des Jugendlichen akribisch aufgearbeitet, die Gerüchteküche brodelt.

Mit dieser Armbrust und dieser Machete griff der junge Mann die Polizei an.

Der Schüler der kaufmännischen Schulen Ostendorf, den Nachbarn als sehr unauffällig und schüchtern beschreiben, ist offensichtlich ein Einzelgänger. "Ein harmloser Junge", wie ein Nachbar ihn im Gespräch mit dem am Sonntag erscheinenden Boten beschreibt. "Er hat einen Sprachfehler, stottert sehr und hat wohl nicht viele Freunde." Fakt ist, wie die Staatsanwaltschaft Hagen und die Kreispolizeibehörden gestern erklärten, dass der Schüler gegen 20.25 Uhr die Polizei rief, um eine Ruhestörung zu melden.

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Angriff auf Polizei: Jugendlicher dreht durch

Noch bevor die Beamten das Haus an der Moltkestraße betreten konnten, wurden sie von dem jugendlichen Anrufer angegriffen. Zunächst schoss der 16-Jährige, während er auf die Polizisten zuging, mit einer Armbrust. Der Pfeil traf einen 43-jährigen Beamten. Allerdings blieb das Geschoss in dessen Jacke stecken, ohne ihn zu verletzen.

Schließlich schlug der Lüdenscheider mit einer Machete auf den Polizisten ein und traf dessen Unterarm. Dabei zog sich der Beamte leichte Schürfwunden zu. Trotz des massiven Angriffs konnte der 17-Jährige überwältigt und festgenommen werden.

Die Durchsuchung der Wohnung im Mehrfamilienhaus verzögerte sich zunächst. Weil der Lüdenscheider angab, Sprengfallen in der Wohnung deponiert zu haben, wurden Fachleute für das Entschärfen von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen vom Landeskriminalamt in Düsseldorf angefordert. Und tatsächlich fanden die Fachleute für das Entschärfen eine Sprengvorrichtung, die entschärft wurde. "Außerdem hatte der 16-Jährige in seinem Zimmer mehrere Selbstlaborate gebastelt - ähnlich Molotow-Cocktails", so Staatsanwalt Knierim gegenüber dem Boten.

Die Bewohner des Hauses wurden in einem MVG-Bus untergebracht.

Die Bewohner des Sieben-Familien-Hauses, in dem der 16-Jährige gemeinsam mit seiner Mutter wohnt, wurden zuvor ausquartiert und warteten bis in die Nacht in einem bereitgestellten MVG-Bus darauf, zurück in ihre Wohnungen zu dürfen. Die Mutter des 16-Jährigen ist nach Aussagen der Nachbarn "total aufgelöst". Jetzt befindet er sich in Polizeigewahrsam. Am Samstagmorgen wurde der Festgenommene vernommen und anschließend dem Haftrichter vorgeführt. Der Richter beim Amtsgericht in Lüdenscheid ordnete eine Untersuchungshaft an.

Rubriklistenbild: © Foto: van de Wall

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