Imposante Tanne geschmückt

Etwas Weihnachtsflair auf dem Sternplatz

Mithilfe eines Steigers schmückte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer einen Zweig.
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Bürgermeister Sebastian Wagemeyer half beim Schmücken des Weihnachtsbaumes auf dem Sternplatz.

Seit Donnerstag ist der rund 14 Meter hohe Weihnachtsbaum nun geschmückt. Kinder aus vier Lüdenscheider Kindergärten haben dafür Sterne, Pakete und Anhänger gebastelt. Nach Totensonntag leuchten dann auch die Lichter.

Lüdencheid - Der Baum, ein Prachtexemplar aus einer Baumschule in Overath, steht schon seit Anfang November. Dann bekam er seine Lichterketten und am Donnerstag nun den letzten Schliff: den Schmuck. Der ist nach bester Weihnachtstradition handgemacht. Gerne hätten die fleißigen Bastler aus vier Kindergärten – Spiel- und Kindernest, Kita Bunte Kluse, Kita „Lenneteich“, Ev. Kindergarten „Friedrich von Bodelschwingh“ – ihre Sterne und Päckchen selber auf gehängt. Doch die Umstände erlauben es nicht, deshalb musste das Stadtoberhaupt ‘ran. Der nahm sich zwischen einer Video-Schalte und der Krisenstab-Sitzung immerhin Zeit für ein einzelnes rotes Päckchen, das er mithilfe eines Steigers knapp unter der Spitze im Geäst befestigte.

Katja Schlorff (Lüdenscheider Stadtmarketing) hatte die Deko gleich säckeweise aus den Kindergärten abgeholt, denn an der rund 14 Meter hohen Tanne ist jede Menge Platz. Als kleines Dankeschön gab’s Süßigkeiten und Karussellgutscheine – eine Geste nur, denn wann die eingelöst werden können, steht in den Sternen.

Belastende Ungewissheit für Schausteller

Diese Ungewissheit zerrt auch an den Nerven der Schausteller, für die Weihnachtsmärkte eine wesentliche Einnahmequelle waren. Doch auch das ist in diesem Jahr anders, wie ein Blick über den Sternplatz zeigt. Um den Baum wenigstens nicht ganz einsam dort stehen zu lassen, dürfen zwei Buden öffnen, eine davon ist die erzgebirgische Weihnachtsschmuck-Hütte. Das sei genehmigt worden, sagte Stadtsprecherin Marit Schulte. Ob die Eisbahn aufgebaut werden darf, steht hingegen noch immer nicht fest.

Diese Unsicherheit, diese Ungewissheit ist es, die den Schaustellern zu schaffen macht. Ob sie sich überhaupt noch auf Weihnachten freuen? Er habe gemischte Gefühle, sagt Daniel Ilcev, der mit seinem Grillstand zum vertrauten Anblick nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt gehört. Seine Frau Jasmina sieht einerseits den „wirtschaftlichen Totalschaden“ des Jahres, andererseits „haben wir jetzt mehr Zeit für die Kinder“. Das sei schön.

Spendenaktion auch ohne Glühweinstand

Weihnachtsmarktorganisator Hartmut Langhoff will versuchen, „das Beste daraus zu machen“, nachdem „wir nun schon acht Monate Sch... hinter uns haben“. Katja Schlorff, Mutter von zwei Mädels, setzt auf Gemütlichkeit daheim: „Ja, klar freue ich mich auf Weihnachten. Muss ja“, sagt sie. Weil der Dezember auch Geburtstagsmonat ist, muss allerdings die Geschenkefrage neu beantwortet werden. Spart man sonst auf eine gemeinsame Reise oder Erlebnisse, so fällt das diesmal flach.

Frustriert und entmutigt zeigt sich hingegen Thomas Jacob, der Hüttenwirt vom Weihnachtsmarkt. Der hatte seine Erfahrungen mit dem Sommerbiergarten auf der Hohen Steinert auf den Sternplatz übertragen wollen. Die Pläne waren fertig, der Lockdown macht das alles zunichte. „Ich plane auch nichts mehr, ich hoffe nur noch“, sagt er. Vorfreude auf Weihnachten? „Nein“, sagt er, „obwohl wir’s jetzt einmal genießen könnten.“ Sonst sorgt der Dauertrubel für viel Stress. Zumal er auch auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt vertreten ist – normalerweise. Für Dortmund hatte er im Frühjahr eine neue Hütte bestellt. „Die konnte ich noch stornieren – zum Glück.“ Doch trotz der ganzen Misere denkt er an die, denen es viel schlechter geht: Seine alljährliche Spendenaktion fürs Kinderhospiz verlegt er von der Glühweinbude ab nächster Woche kurzerhand ins Stern-Center: „Damit wenigstens dafür etwas zusammenkommt.“

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